Welche Gebote sollten Christen halten?

Welche Gebote sollten Christen halten? von Dr. Martin Zahn

Einleitung

Wenn wir im Neuen Bund leben, dann halten wir keine Gebote oder Gesetzte, um gerecht zu werden; denn allein durch den Glauben an Jesus Christus haben wir die Gerechtigkeit Gottes erhalten (siehe z.B. Röm. 3, 21–24). Wir sollten uns niemals dazu verleiten lassen zu denken, daß wir durch unser Tun oder unsere Werke auch nur ein bißchen zu unserer Erlösung oder Gerechtigkeit beitragen könnten.

Sollten wir nun unser Leben so weiterführen wie bisher und weiter sündigen, wenn doch der Glaube genügt? Nein (Röm. 6, 15), sondern…

…stellt jetzt eure Glieder in den Dienst der Gerechtigkeit zur Heiligung. (Röm. 6, 19)

Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird! (Hebr. 12, 14)

Jesus sagte:

Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. (Joh. 14, 21)

Und in seinem ersten Brief schrieb Johannes über Jesus:

3 Und daran erkennen wir, daß wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. 4 Wer sagt: »Ich habe ihn erkannt«, und hält doch seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in einem solchen ist die Wahrheit nicht; 5 wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, daß wir in ihm sind. 6 Wer sagt, daß er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist. (1. Joh. 2, 3–6)

Wenn wir Jesus kennengelernt, also innige Gemeinschaft mit ihm haben, also in ihm sind, dann folgen wir ihm nach und halten auch seine Gebote (siehe auch 1. Joh. 5, 3; Off. 14, 12).

Aber welche sind die Gebote Jesu? Es sind dir sicherlich Jesu Bergpredigt und viele weitere seiner Lehren aus den vier Evangelien bekannt. Jesus und der Vater sind eins (Joh. 10, 30); also gibt es keinen Unterschied zwischen den Geboten von Jesus und denen von Gott. Sollten wir also auch die Zehn Gebote und vielleicht noch weitere mosaische Gesetze halten?

Ein Psalmist lobte Gott mit folgenden Worten:

Die Summe deines Wortes ist Wahrheit… (Ps. 119, 160)

Deswegen wollen wir alle wesentlichen Bibelstellen hierzu betrachten, damit wir nicht zu voreiligen Schlußfolgerungen verleitet werden.

Im folgenden Abschnitt geht es zunächst um das, was Jesus lehrte; anschließend um die Vision des Petrus und das apostolische Konzil, worüber in der Apostelgeschichte berichtet wird. Wir studieren dann einige Aussagen in den Briefen von Paulus und anderen. Es folgt eine Betrachtung der Zehn Gebote des mosaischen Gesetzes und von Prophetien im Alten Testament.

Anschließend beschäftigen wir uns besonders mit den Fragen, (i) wie Gott über den Sabbat denkt, (ii) wie er über das Essen von Schweinefleisch oder anderen unreinen Tieren denkt und (iii) ob Gott möchte, daß wir den zehnten Teil unseres Einkommens spenden. Wir schließen mit einer kurzen Zusammenfassung.

Die Bibelzitate sind der Übersetzung Schlachter (2000) entnommen, wenn nicht anders angegeben. Die Hervorhebungen habe ich hinzugefügt und Auslassungen durch „…“ gekennzeichnet.

Ich lade dich ein, folgendes Gebet mit mir zu beten: „Papa im Himmel, Du ewiger und allmächtiger Gott, ich möchte Dich und Deinen Sohn Jesus Christus näher kennenlernen; offenbare Du Dich mir. Ich öffne Dir mein Herz; lege Deinen Willen in mich hinein und schreibe mir Deine Weisung ins Herz. Heiliger Geist, Du Geist der Wahrheit, bitte lehre mich Gottes Wort richtig zu verstehen und leite mich in die ganze Wahrheit. In Jesu Namen. Amen.“

 

Was lehrte Jesus?

Zunächst wollen wir betrachten, was Jesus zum Gesetz sagte:

17 Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! 18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel. 20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen! (Mt. 5, 17–20)

Jesus hat das mosaische Gesetz nicht aufgelöst oder aufgehoben, sondern erfüllt. Die Schriftgelehrten und Pharisäer werden die Kleinsten genannt werden im Reich der Himmel, weil sie Gebote Gottes um ihrer Überlieferung willen aufgehoben hatten und so lehrten (Mt. 15, 5+6; Mk. 7, 11–13). Jesus betont, daß derjenige, der die Gebote tut und lehrt groß genannt werden wird im Reich der Himmel, daß also ein Segen auf der Befolgung der Gebote liegt. Müssen wir nun das mosaische Gesetz halten? Nein, das wäre auch schon deswegen unmöglich, weil die Opferstätte, also der Tempel, in dem geopfert werden mußte, zerstört wurde.

Wie kann unsere Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer übertreffen? Dadurch, daß Jesus stellvertretend für uns das Gesetz erfüllt hat und wir durch sein Blut und den Glauben an sein Erlösungswerk gerecht geworden sind (siehe nachfolgende Ausführungen zu den Briefen).

Unmittelbar folgend auf den soeben zitierten Bibeltext schrieb Matthäus von Jesu Lehre zu den Themen Töten, Ehebruch, Schwören, Vergeltung, Almosengeben, Beten, Fasten, Schätze sammeln, Sorgen und Richten (Mt. 5, 21 bis Mt. 7, 6). Jesus sagte insbesondere:

27 Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen!« 28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. (Mt. 5, 27+28)

31 Es ist auch gesagt: »Wer sich von seiner Frau scheidet, der gebe ihr einen Scheidebrief«. 32 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, daß sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe. (Mt. 5, 31+32)

8 …Mose hat euch wegen der Härtigkeit eures Herzens erlaubt, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen. 9 Ich sage euch aber: Wer seine Frau entläßt, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe. (Mt. 19, 8+9)

11 …Wer seine Frau entläßt und eine andere heiratet, der bricht die Ehe ihr gegenüber. 12 Und wenn eine Frau ihren Mann entläßt und sich mit einem anderen verheiratet, so bricht sie die Ehe. (Mk. 10, 11+12)

Jesus wies darauf hin, daß sogar schon das begehrliche Ansehen einer Frau und die im mosaischen Gesetz tolerierte Ehescheidung Ehebruch sind; diesbezüglich verschärfte er also des mosaischen Gesetz. Sünde ist also nicht nur die Tat, sondern bereits das Vorhaben.

Auf die Frage eines reichen Jünglings, wie man das ewige Leben erlangt, antwortete Jesus wie folgt:

17 …Willst du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote! 18 Er sagt zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: Das »Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden! 19 Ehre deinen Vater und deine Mutter!« und »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!« (Mt. 19, 17–19; siehe auch Mk. 10, 17–19; Lk. 18, 18–20)

Interessant ist, daß Jesus hier auf die Nachfrage hin, welche Gebote er halten solle, nicht auf das gesamte Gesetz verweist, sondern nur einige mosaische Gesetze zitiert.

Jesus betonte wiederholt die herausragende Bedeutung der Nächstenliebe:

12 Alles nun, was ihr wollt, daß die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso; denn dies ist das Gesetz und die Propheten. 13 Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt; und viele sind es, die da hineingehen. 14 Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind es, die ihn finden. (Mt. 7, 12–14)

36 Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz? 37 Und Jesus sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken«. 38 Das ist das erste und größte Gebot. 39 Und das zweite ist ihm vergleichbar: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. 40 An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten. (Mt. 22, 36–40)

34 Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. 35 Daran wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. (Joh. 13, 34+35)

Ein Gebot der Nächstenliebe ist auch Teil des mosaischen Gesetzes:

Du sollst nicht Rache üben, noch Groll behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Ich bin der Herr. (3. Mo. 19, 18)

Das Gebot Jesu geht aber über das alttestamentliche deutlich hinaus; denn wir sollen unseren Nächsten nicht nur lieben wie uns selbst, sondern unsere Glaubensgeschwister so wie Jesus seine Jünger geliebt hat (Joh. 13, 34).

Wichtig ist auch, daß Jesus nicht die mosaischen Gebote übertrat; denn sonst wäre er ja nicht ohne Schuld gewesen und hätte nicht als unschuldiges Opfer stellvertretend für uns das Gesetz erfüllen und unsere Schuld auf sich nehmen können (siehe 2. Kor. 5, 21). Aber er und seine Jünger haben sich nicht an einige Lehren der Pharisäer und Schriftgelehrten gehalten, die darüber hinaus gingen:

Als Jesus verteidigte, daß seine Jünger ihre Hände vorm Essen nicht so wuschen wie von den Pharisäern erwartet, sagte er unter anderem:

Denn es kommt nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und wird auf dem natürlichen Weg, der alle Speisen reinigt, ausgeschieden. (Mk. 7, 19)

Andere übersetzen hier mißverständlich das Ende dieses Verses mit „Damit erklärte er alle Speisen für rein.“ Das griechische Wort für „reinigen“ steht hier als Partizip und wörtlich müßte man das Ende des Verses übersetzen mit „reinigend all die Speisen“. Dieses bezieht sich auf den Verdauungsvorgang, der zuvor beschrieben wird. Es geht hier also darum, daß wenn man mit dreckigen Händen ißt, die Speisen durch den Verdauungsvorgang vom Dreck gereinigt werden. Durch den Verdauungsvorgang wird aber nicht die geistliche Unreinheit von unreinen Tieren beseitigt. Jesus hat keinesfalls unreine Tiere für rein oder eßbar erklärt. Wenn er das getan hätte, dann hätte er gegen das Gesetz Mose verstoßen und damit gesündigt; denn es verbietet ausdrücklich, etwas vom Gesetz wegzunehmen (5. Mo. 13, 1); außerdem hätten die Pharisäer Jesus mit Sicherheit diesbezüglich angeklagt; aber man konnte ihm nichts vorwerfen (Mk. 14, 55; Mt. 26, 59+60).

Auch antwortete Jesus den Schriftgelehrten und Pharisäern unter anderem:

7 Ihr Heuchler! Treffend hat Jesaja von euch geweissagt, wenn er spricht: 8 »Dieses Volk naht sich zu mir mit seinem Mund und ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. 9 Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind.« (Mt. 15, 7–9)

3 …Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als er und seine Gefährten hungrig waren? 4 Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote aß, welche weder er noch seine Gefährten essen durften, sondern allein die Priester? 5 Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, daß am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen und doch ohne Schuld sind? 6 Ich sage euch aber: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel! 7 Wenn ihr aber wüßtet, was das heißt: »Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer«, so hättet ihr nicht die Unschuldigen verurteilt. 8 Denn der Sohn des Menschen ist Herr auch über den Sabbat. (Mt. 12, 3–8; siehe auch Mk. 2, 25–28; Lk. 6, 3–5)

Daß die Schaubrote nur von den Priestern gegessen werden durften, ist auch keines der mosaischen Gebote. Es handelte sich hier um Brote, die im Heiligtum auf dem Schaubrottisch gelegen hatten und bereits durch frische Brote ersetzt worden waren (1. Sam. 21, 7). David wurden diese Brote vom Priester auch erst dann ausgehändigt, nachdem er erklärte, daß er und seine Gefolgschaft rein waren (1. Sam. 21, 6). Jesus hat hier also auch dargelegt, daß auch schon David sich über die nicht mosaischen zusätzlichen Regeln hinweggesetzt hatte.

Jesus nimmt auch Bezug auf einen Vers in einer prophetischen Schrift:

Denn an Liebe habe ich Wohlgefallen und nicht am Opfer, an der Gotteserkenntnis mehr als an Brandopfern. (Hos. 6, 6)

Jesus betont hier also, daß Gott sich an der richtigen Herzenshaltung und an der inneren, aufrichtigen Nachfolge erfreut, und zwar viel mehr als an der förmlichen, vordergründigen Einhaltung von Gesetzen.

 

Was steht in der Apostelgeschichte?

In der Apostelgeschichte gibt es zwei Berichte, die im Hinblick auf unser Thema besonders betrachtet werden sollten: zum einen die Vision des Petrus und zum anderen das apostolische Konzil.

Die Vision des Petrus

Nach Jesu Tod, seiner Auferstehung und Himmelfahrt wurden zunächst seine Jünger mit dem Heiligem Geist erfüllt (Apg. 2, 4). Einige Zeit danach hatte Petrus folgende Vision:

9 Am folgenden Tag aber, als jene auf dem Weg waren und sich der Stadt näherten, stieg Petrus auf das Dach, um zu beten, etwa um die sechste Stunde. 10 Da wurde er sehr hungrig und wollte essen. Während man aber etwas zubereitete, kam eine Verzückung über ihn. 11 Und er sah den Himmel geöffnet und ein Gefäß zu ihm herabkommen, wie ein großes, leinenes Tuch, das an vier Enden gebunden war und auf die Erde niedergelassen wurde; 12 darin waren all die vierfüßigen Tiere der Erde und die Raubtiere und die kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels. 13 Und eine Stimme sprach zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und iß! 14 Petrus aber sprach: Keineswegs, Herr! denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen! 15 Und eine Stimme [sprach] wiederum, zum zweiten Mal, zu ihm: Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein! 16 Dies geschah dreimal, und dann wurde das Gefäß wieder in den Himmel hinaufgezogen. 17 Als aber Petrus bei sich selbst ganz ungewiß war, was das Gesicht bedeuten solle, das er gesehen hatte, siehe, da standen die von Kornelius abgesandten Männer, die das Haus Simons erfragt hatten, am Toreingang; 18 und sie riefen und erkundigten sich, ob Simon mit dem Beinamen Petrus hier zu Gast sei. 19 Während nun Petrus über das Gesicht nachdachte, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich! 20 Darum steh auf, steige hinab und ziehe ohne Bedenken mit ihnen, denn ich habe sie gesandt!…

28 Und er sprach zu ihnen: Ihr wißt, daß es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Angehörigen eines anderen Volkes zu verkehren oder sich ihm zu nahen; doch mir hat Gott gezeigt, daß ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll. 29 Darum bin ich auch ohne Widerrede gekommen, als ich hergerufen wurde… (Apg. 10, 9–29)

In dieser Vision wurde Petrus zum Essen von unreinen Tieren aufgefordert. Er verstand die Vision zunächst nicht und dachte darüber nach (Vers 19). Was sie bedeutet steht in Vers 28, nämlich daß die von Gott gereinigten Heiden nicht mehr unrein sind; genau so hat es Petrus unter der Leitung des Heiligen Geistes verstanden. Wenn wir hieraus schließen würden, unreine Tiere essen zu dürfen, dann müßten wir davon ausgehen, daß die in der Bibel überlieferte Interpretation nicht vollständig wäre und daß Gott gemäß Vers 15 unreine Tiere gereinigt hätte. Dann hätte Jesus also auch für unreine Tiere sterben müssen oder Gott hätte sie irgendwie reinigen müssen; hierfür gibt es aber keinerlei Anzeichen in der Bibel.

Daraufhin fiel der Heilige Geist auch auf Gläubige aus den Nationen (griechisch: „éthnos“), also auf Leute, die keine Juden waren, häufig auch als „Heiden“ übersetzt (Apg. 10, 45), und sie wurden auch getauft (Apg. 10, 48).

Einige lehrten nun diesen Gläubigen aus den Nationen, daß man sie nach der Weise Moses beschneiden müsse. Hierauf kam es zu einer starken Auseinandersetzung zwischen ihnen und Paulus und Barnabas, worauf sie mit einigen anderen zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem reisten (Apg. 15, 1+2) – zum sogenannten apostolischen Konzil.

 

Das apostolische Konzil

In Jerusalem berichteten sie nun von den Vorkommnissen und einige der Pharisäer, die gläubig waren, forderten, daß sie das Gesetz Moses halten und auch beschnitten werden sollten (Apg. 15, 4+5). Aber die Apostel und die Ältesten versammelten sich zur Beratung (Apg. 15, 6). Nachdem viele Worte gewechselt worden waren, stand Petrus auf und legte dar, daß das Gesetz Moses ein Joch ist, das weder ihre Väter noch sie tragen konnten, und daß die Gläubigen aus den Nationen wie auch sie glauben, durch die Gnade des Herrn Jesus gerettet zu werden (Apg. 15, 7–11). Dann geschah folgendes:

12 Da schwieg die ganze Menge und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wie viele Zeichen und Wunder Gott durch sie unter den Heiden getan hatte. 13 Nachdem sie aber zu reden aufgehört hatten, ergriff Jakobus das Wort und sagte: Ihr Männer und Brüder, hört mir zu! 14 Simon hat erzählt, wie Gott zuerst sein Augenmerk darauf richtete, aus den Heiden ein Volk für seinen Namen anzunehmen. 15 Und damit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht: 16 »Nach diesem will ich zurückkehren und die zerfallene Hütte Davids wieder aufbauen, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten, 17 damit die Übriggebliebenen der Menschen den Herrn suchen, und alle Heiden, über die mein Name ausgerufen worden ist, spricht der Herr, der all dies tut.« 18 Gott sind alle seine Werke von Ewigkeit her bekannt. 19 Darum urteile ich, daß man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten auflegen soll, 20 sondern ihnen nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten. 21 Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn verkündigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird. 22 Daraufhin beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte zu erwählen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Beinamen Barsabas und Silas, führende Männer unter den Brüdern. 23 Und sie sandten durch ihre Hand folgendes Schreiben: Die Apostel und die Ältesten und die Brüder entbieten den Brüdern in Antiochia und in Syrien und Cilicien, die aus den Heiden sind, ihren Gruß! 24 Da wir gehört haben, daß etliche, die von uns ausgegangen sind, euch durch Reden verwirrt und eure Seelen unsicher gemacht haben, indem sie sagen, man müsse sich beschneiden lassen und das Gesetz halten, ohne daß wir sie dazu beauftragt hätten, 25 so haben wir, die wir einmütig versammelt waren, beschlossen, Männer zu erwählen und zu euch zu senden mit unseren geliebten Barnabas und Paulus, 26 Männern, die ihr Leben hingegeben haben für den Namen unseres Herrn Jesus Christus. 27 Wir haben deshalb Judas und Silas gesandt, die euch mündlich dasselbe verkündigen sollen. 28 Es hat nämlich dem Heiligen Geist und uns gefallen, euch keine weitere Last aufzuerlegen, außer diesen notwendigen Dingen, 29 daß ihr euch enthaltet von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzucht; wenn ihr euch davor bewahrt, so handelt ihr recht. Lebt wohl! (Apg. 15, 12–29)

Dieser Beschluß erfolgte von den Aposteln und den Ältesten samt der ganzen Gemeinde in Übereinstimmung (Verse 22+25) und hat auch dem Heiligen Geist gefallen (Vers 28). Das Wort, das hier mit „gefallen“ übersetzt wurde, ist im griechischen „dokeó“; das bedeutet, daß alle eine übereinstimmende Ansicht bzw. Meinung hatten. Diese Dinge sind also von ganz besonderer Bedeutung!

Diese vier Dinge werden noch ein weiteres Mal ein paar Kapitel später wiederholt:

Was aber die gläubig gewordenen Heiden betrifft, so haben wir [ja] geschrieben und angeordnet, daß sie von alledem nichts zu befolgen haben, sondern sich nur hüten sollen vor dem Götzenopfer und dem Blut und vor Ersticktem und Unzucht. (Apg. 21, 25)

Die Gläubigen aus den Nationen sollten sich also von diesen vier Dingen enthalten:

1. Verunreinigung durch Götzen bzw. Götzenopfer
2. Blut
3. Ersticktem
4. Unzucht

Betrachten wir diese vier Dinge im einzelnen:

Erstens sollten sich die Gläubigen nicht durch Götzen verunreinigen, also insbesondere nicht an Götzenopfern teilnehmen.

Zweitens und drittens sollte man kein Blut trinken und nichts Ersticktes essen, also nichts essen, das nicht vollständig ausgeblutet ist. Das Ersticken von Tieren war bei den Heiden eine Art, Tiere vor ihrem Verzehr zu töten. Die Juden hingegen schächten stets die Tiere, so daß sie vollständig ausbluten. Beim Ersticken von Tieren können diese nicht richtig ausbluten und ißt man diese, verzehrt man somit Blut.

Das Verbot, kein Blut zu essen, findet sich etliche Male im Alten Testament (siehe insbesondere 5. Mo. 12, 16+23–25 und 5. Mo. 15, 23), erstmalig als Gott zu Noah sprach:

3 Alles, was sich regt und lebt, soll euch zur Nahrung dienen; wie das grüne Kraut habe ich es euch alles gegeben. 4 Nur dürft ihr das Fleisch nicht essen, während sein Leben, sein Blut, noch in ihm ist! (1. Mo. 9, 3+4)

Der Grund für dieses Verbot ist sicherlich, daß im Blut das Leben ist (hebräisch „nephesh“, das auch Seele bedeutet; siehe hierzu auch 3. Mo. 17, 11).

Viertens sollte man keine Unzucht treiben. Was meinten die Apostel mit Unzucht? Man beachte, daß die Apostel das mosaische Gesetz sehr gut kannten und somit eine ganz konkrete Definition von Unzucht vor Augen hatten, nämlich die des Alten Testaments. Sie meinten hier also, in diesem Sinne keine Unzucht zu begehen. Das Bibel enthält einige Gebote hierzu; neben dem sehr bekannten Verbot des Ehebruchs, gibt es insbesondere die folgenden Vorschriften:

Wenn ein Mann eine Jungfrau verführt, die noch nicht verlobt ist, und er liegt bei ihr, so muß er sie sich durch Bezahlung des Brautpreises zur Ehefrau nehmen… (2. Mo. 22, 15)

20 Wenn… die Zeichen der Jungfräulichkeit… nicht gefunden worden sind, 21 so soll man die junge Frau… zu Tode steinigen, weil sie eine Schandtat in Israel begangen hat, indem sie Unzucht trieb… (5. Mo. 22, 20+21)

Jeder, der bei einem Vieh liegt, soll unbedingt sterben. (2. Mo. 22, 18; siehe auch 3. Mo. 18, 23)

Niemand soll sich irgendeiner seiner Blutsverwandten nahen, um ihre Scham zu entblößen; ich bin der Herr! (3. Mo. 18, 6; siehe auch 3. Mo. 18, 7–18 und 3. Mo. 20, 11–17 + 19–21)

Wenn ein Mann bei einem Mann liegt, als würde er bei einer Frau liegen, so haben sie beide einen Greuel begangen, und sie sollen unbedingt getötet werden; ihr Blut sei auf ihnen! (3. Mo. 20, 13; siehe auch 3. Mo. 18, 22)

Ein Mann, der mit einer Frau während ihrer Regel schläft und ihre Scham entblößt, hat ihre Blutquelle aufgedeckt und sie hat ihre Blutquelle entblößt; daher sollen beide aus ihrem Volk ausgemerzt werden. (3. Mo. 20, 18; Einheitsübersetzung 2016; siehe auch 3. Mo. 18, 19)

Also sind Unzucht auch Geschlechtsverkehr vor der Ehe, Geschlechtsverkehr mit Tieren, Inzest, Geschlechtsverkehr unter Männern sowie Geschlechtsverkehr während der Menstruation, also der monatlichen Blutung der Frau.

Für wen gelten nun diese Forderungen? Gelten sie auch heute noch für uns Christen oder sollten sie nur für die damaligen Christen gelten? Um diese Frage zu beantworten, betrachten wir, wie es hierzu kam: Der Auslöser war, daß Männer von Judäa (Apg. 15, 1) nach Antiochia (Apg. 14, 26) kamen und dort die Beschneidung nach der Weise Mose predigten. Um den hierdurch entstandenen Streit beizulegen, wurde in Jerusalem beraten. Es ging stets um die grundsätzliche Frage, ob die Gläubigen aus den Nationen das Gesetz Mose halten müssen (Verse 1+2, 5, 10, 24). Diese Beratung wurde nicht speziell bezüglich der Gläubigen in Antiochia geführt; denn die gläubigen Pharisäer forderten sicher nicht nur von den Gläubigen in Antiochia, das Gesetz Mose zu halten und die Beschneidung durchzuführen (Vers 5) und während der Beratung wurde immer auf die Gläubigen aus den Nationen Bezug genommen (Verse 7, 12, 19) und nicht auf die aus Antiochia. Der Brief, der dann nach Antiochia gesandt wurde, ist auch nicht nur an die Gläubigen in Antiochia adressiert, sondern auch an die Brüder in Syrien und Zilizien (Vers 23), welches die umliegenden Landschaften sind. Auch in der dritten Bibelstelle, wo diese vier Dinge dokumentiert sind, geht es allgemein um die Gläubigen aus den Nationen (Apg. 21, 25). Somit ist klar, daß es sich hier um etwas Grundsätzliches für alle Christen handelt.

Betrachten wir nun noch besonders den letzten Satz, mit dem Jakobus seine Ausführungen abschloß:

Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn verkündigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird. (Apg. 15, 21)

Wegen dieser Begründung lehren einige, daß man den Gläubigen aus den Nationen zunächst die vier Dinge und dann Stück für Stück lehren solle, das gesamte mosaische Gesetz zu halten. Man beachte aber, daß die anfängliche Uneinigkeit im Hinblick auf die Beschneidung der Anlaß für die Beratungen war (Apg. 15, 1+2) und man dann zusammen mit dem Heiligen Geist (Apg. 15, 28) zu dem einstimmigen (Apg. 15, 25) Ergebnis kam, ihnen eben gerade nicht die Gebote Moses aufzuerlegen; siehe auch Gal. 5, 1–12. Außerdem findet sich kein ähnlicher Hinweis in dem Schreiben an die Gläubigen (Apg. 15, 23–29) und auch nicht bei der späteren Wiederholung der vier Dinge (Apg. 21, 25).

Ich meine aber, daß dieser Satz statt dessen folgendermaßen zu verstehen ist: Weil Mose regelmäßig verkündigt wird, also weil in den Synagogen regelmäßig das Gesetz Mose vorgelesen wird, sollte man für die Gläubigen insofern Klarheit schaffen, daß sie das Gesetz Mose nicht zu halten brauchen, sondern nur die vier Dinge.

 

Was steht in den Briefen?

Römer

Im Brief an die Römer schrieb Paulus in den Kapiteln 3 bis 5 einiges zum Glauben an Jesus und zum Gesetz Mose, insbesondere:

21 Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird, 22 nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle [kommt], die glauben. Denn es ist kein Unterschied; 23 denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, 24 so daß sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. 25 Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, [das wirksam wird] durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, 26 als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist. 27 Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen! Durch welches Gesetz? Das der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens! 28 So kommen wir nun zu dem Schluß, daß der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes. (Röm. 3, 21–28)

Wir werden also nicht durch das Halten von Gesetzen gerecht, sondern allein durch den Glauben an Jesus und sein Erlösungswerk; siehe auch Röm. 10, 4–13, insbesondere:

Denn das Endziel des Gesetzes ist Christus, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit. (Röm. 10, 4; Elberfelder)

Das griechische Wort „telos“ wurde hier mit „Endziel“ übersetzt. Häufig bedeutet dieses Wort „Ende“, weswegen manche Übersetzungen auch mißverständlich schreiben, Christus sei das Ende des Gesetzes. Das Wort „telos“ bedeutet aber auch „Ziel“; in diesem Sinne wurde es in 1. Timotheus 1, 5 benutzt: „Das Ziel der Unterweisung ist Liebe…“ (Einheitsübersetzung 2016). Es bedeutet auch „Zoll“ oder „Steuer“ (so verwendet in Mt. 17, 25 und Röm. 13, 7). Das vom Nomen „telos“ abgeleitete Verb „teleó“ bedeutet auch „erfüllen“ (in diesem Sinne verwendet in Lk. 22, 37, wo es um die Erfüllung von Prophetien geht). – In diesem Vers geht es also darum, daß Christus für uns das Gesetz erfüllt und den Preis für unsere Sünde bezahlt hat.

Paulus schrieb auch folgendes an die Römer:

1 Oder wißt ihr nicht, Brüder – denn ich rede ja mit Gesetzeskundigen –, daß das Gesetz [nur] so lange über den Menschen herrscht, wie er lebt? 2 Denn die verheiratete Frau ist durchs Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt; wenn aber der Mann stirbt, so ist sie von dem Gesetz des Mannes befreit. 3 So wird sie nun bei Lebzeiten des Mannes eine Ehebrecherin genannt, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird; stirbt aber der Mann, so ist sie vom Gesetz frei, so daß sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird. 4 Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, damit ihr einem anderen zu eigen seid, nämlich dem, der aus den Toten auferweckt worden ist, damit wir Gott Frucht bringen. 5 Denn als wir im Fleisch waren, da wirkten in unseren Gliedern die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz sind, um dem Tod Frucht zu bringen. 6 Jetzt aber sind wir vom Gesetz frei geworden, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, so daß wir im neuen Wesen des Geistes dienen und nicht im alten Wesen des Buchstabens. (Röm. 7, 1–6)

Wir müssen uns also nicht an das alte mosaische Gesetz halten, sondern wir sollen gemäß der Leitung des Heiligen Geistes dienen.

Paulus schrieb weiter:

8 Seid niemand etwas schuldig, außer daß ihr einander liebt; denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. 9 Denn die [Gebote]: »Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen, du sollst nicht begehren« – und welches andere Gebot es noch gibt –, werden zusammengefaßt in diesem Wort, nämlich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes. (Röm. 13, 8–10)

Paulus betonte hier wie auch Jesus zuvor die Wichtigkeit der Nächstenliebe.

Im folgenden Kapitel 14 ist zu lesen:

2 Einer glaubt, alles essen zu dürfen; wer aber schwach ist, der ißt Gemüse. 3 Wer ißt, verachte den nicht, der nicht ißt; und wer nicht ißt, richte den nicht, der ißt; denn Gott hat ihn angenommen. 4 Wer bist du, daß du den Hausknecht eines anderen richtest? Er steht oder fällt seinem eigenen Herrn. Er wird aber aufrecht gehalten werden; denn Gott vermag ihn aufrecht zu halten. 5 Dieser hält einen Tag höher als den anderen, jener hält alle Tage gleich; jeder sei seiner Meinung gewiß! 6 Wer auf den Tag achtet, der achtet darauf für den Herrn, und wer nicht auf den Tag achtet, der achtet nicht darauf für den Herrn. Wer ißt, der ißt für den Herrn, denn er dankt Gott; und wer nicht ißt, der enthält sich der Speise für den Herrn und dankt Gott auch. (Röm. 14, 2–6)

Hier rief Paulus also zur Toleranz gegenüber den Geschwistern im Glauben auf und dazu, sie nicht zu verachten oder zu richten. Vermutlich antwortete Paulus in diesem Abschnitt auf konkrete Fragen, die an ihn gerichtet wurden oder nimmt Bezug auf bestimmte Probleme, von denen er bei den Römern erfahren hatte.

Die Formulierung „alles essen zu dürfen“ (Vers 2) ist nicht buchstäblich zu verstehen, denn sonst würde man ja auch blutiges Fleisch essen dürfen. Vermutlich bezog Paulus sich hier auf das Essen von Götzenopferfleisch; hierzu später mehr.

Um welchen Tag es hier ging ist leider unklar (Verse 5+6). Möglicherweise ging es um einen Feiertag, wie den Tag des Neumonds, den Tag des Hornblasens, den Versöhnungstag oder um einen Tag des Passah-, des Wochen- des Laubhütten-, des Purim- oder des Chanukka-Festes.

Wenige Sätze später schrieb Paulus im Hinblick auf das Essen:

Ich weiß und bin überzeugt in dem Herrn Jesus, daß nichts an und für sich unrein ist; sondern es ist nur für den unrein, der etwas für unrein hält. (Röm. 14, 14)

Das griechische Wort „koinos“ wurde hier mit „unrein“ übersetzt. Es ist dasselbe Wort, das auch im Markus-Evangelium verwand wurde, in dem steht, daß Jesu Jünger mit unreinen, also ungewaschenen Händen aßen (Mk. 7, 2+5).

Wiederum wenige Verse später fügte Paulus hinzu:

…Es ist zwar alles rein, aber es ist demjenigen schädlich, der es mit Anstoß ißt. (Röm. 14, 20)

Dieser Vers steht im Zusammenhang mit dem zuvor zitierten. Somit ist hier mit „rein“ das Gegenteil von schmutzig („koinos“) zu verstehen.

Wenn es im Neuen Testament um Unreinheit im Sinne Gottes geht (z.B. bei unreinen Geistern), dann findet man ein ganz anderes griechisches Wort für „unrein“, nämlich „akathartos“. Paulus ging es also nicht darum, Tiere wie z.B. Schweine als rein zu bezeichnen, die nach dem mosaischen Gesetz unrein sind. Vermutlich ging es auch hier um das Götzenopferfleisch; dazu gleich mehr im ersten Korintherbrief.

Korinther

Im ersten Brief an die Korinther wies Paulus darauf hin, daß man sich als Christ nicht beschneiden lassen aber Gottes Gebote halten sollte (1. Kor. 7, 18+19). Später führte er aus:

20 Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne; denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich unter dem Gesetz, damit ich die unter dem Gesetz gewinne; 21 denen, die ohne Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich ohne Gesetz – obwohl ich vor Gott nicht ohne Gesetz bin, sondern Christus gesetzmäßig unterworfen – damit ich die gewinne, die ohne Gesetz sind. (1. Kor. 9, 20+21)

Paulus war also nicht (mehr) unter dem mosaischen Gesetz, sondern unter dem Gesetz Jesu.

Im weiteren Verlauf dieses Briefes schrieb Paulus:

25 Alles, was auf dem Fleischmarkt angeboten wird, das eßt, ohne um des Gewissens willen nachzuforschen; 26 denn »dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt«. 27 Und wenn jemand von den Ungläubigen euch einlädt und ihr hingehen wollt, so eßt alles, was euch vorgesetzt wird, und forscht nicht nach um des Gewissens willen. 28 Wenn aber jemand zu euch sagt: Das ist Götzenopferfleisch! – so eßt es nicht, um dessen willen, der den Hinweis gab, und um des Gewissens willen, denn »dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt«. 29 Ich rede aber nicht von deinem eigenen Gewissen, sondern von dem des anderen; denn warum sollte meine Freiheit von dem Gewissen eines anderen gerichtet werden? 30 Und wenn ich es dankbar genieße, warum sollte ich gelästert werden über dem, wofür ich danke? (1. Kor. 10, 25–30)

Hier geht es wieder um den Verzehr von Götzenopferfleisch; das wird in Vers 28 deutlich. Dieses darf man prinzipiell essen, man sollte aber Rücksicht auf andere nehmen. Das einleitende „Alles“ in Vers 25 muß hier in diesem Zusammenhang gesehen werden, denn sonst hätte man ja auch Ersticktes essen dürfen, was aber gemäß der Anweisungen des apostolischen Konzils nicht erlaubt war; diese Anweisungen hat Paulus ja auch mitgetragen.

In Vers 28 steht das griechische Wort „eidólothutos“, hier mit Götzenopferfleisch übersetzt. Das ist dasselbe Wort, das bei den Wiederholungen von dem Beschluß des apostolischen Konzils verwendet wurde (Apg. 15, 29 und Apg. 21, 25) und auch in der Offenbarung beim Schreiben an die Gemeinde von Pergamus zu finden ist (Off. 2, 14). Auf den ersten Blick könnte man meinen, daß sich Paulus über die Anweisung des apostolischen Konzils hinwegsetzte. Man muß es aber im Zusammenhang betrachten:

Beim apostolischen Konzil und in der Offenbarung geht es darum, sich nicht durch Götzen oder Götzendienst zu verunreinigen. Es gab den Brauch, Götzenopferfleisch im Rahmen von heidnischen Ritualen am „Tisch der Dämonen“ (1. Kor. 10, 21) zu verzehren. Das ist verboten und dagegen wetterte auch Paulus vehement (1. Kor. 10, 14–22). Im Anschluß daran führte er dann in seinen oben zitierten Sätzen aus, was hingegen erlaubt ist (1. Kor. 10, 23–33).

Moslems schlachten auch heute noch rituell und beim Schlachten rufen sie dann den Namen Allah. Solches Fleisch darf von uns Christen gekauft und gegessen werden.

Im zweiten Brief an die Korinther schrieb Paulus:

2 Unser Brief seid ihr selbst, in unsere Herzen geschrieben, erkannt und gelesen von jedermann. 3 Es ist ja offenbar, daß ihr ein Brief des Christus seid, durch unseren Dienst ausgefertigt, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens. 4 Und eine solche Zuversicht haben wir durch Christus zu Gott; nicht daß wir von uns selber aus tüchtig wären, 5 so daß wir uns etwas anrechnen dürften, als käme es aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit kommt von Gott, 6 der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes; denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. (2. Kor. 3, 2–6)

Paulus nahm hier Bezug auf eine Prophezeiung von Jeremia (Jer. 31, 33; dazu später mehr) und betonte, daß wir uns vom Heiligen Geist leiten lassen sollten. In den darauffolgenden Sätzen führte er aus, daß dieser Neue Bund noch viel reicher an Herrlichkeit ist (2. Kor. 3, 7–11).

Galater

Im zweiten Kapitel wies Paulus wiederum darauf hin, daß Christen „dem Gesetz gestorben“ sind (Vers 19; vgl. auch Röm. 7, 6). Im dritten Kapitel schrieb er:

19 Wozu nun das Gesetz? Der Übertretungen wegen wurde es hinzugefügt, bis der Same käme, dem die Verheißung gilt, und es ist durch Engel übermittelt worden in die Hand eines Mittlers…

24 So ist also das Gesetz unser Lehrmeister [o. Erzieher / Zuchtmeister] geworden auf Christus hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden. 25 Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Lehrmeister; 26 denn ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus; 27 denn ihr alle, die ihr in Christus hineingetauft seid, ihr habt Christus angezogen. (Gal. 3, 19–27)

Hier wurde auf die temporäre Bedeutung des mosaischen Gesetzes hingewiesen und daß wir durch Glauben gerechtfertigte Söhne Gottes sind.

Im fünften Kapitel schrieb Paulus:

1 So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und laßt euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen! 2 Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden laßt, wird euch Christus nichts nützen. 3 Ich bezeuge nochmals jedem Menschen, der sich beschneiden läßt, daß er verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu halten. 4 Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen! 5 Wir aber erwarten im Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit; 6 denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist. (Gal. 5, 1–6)

Paulus warnte hier eindringlich davor, daß man keinesfalls versuchen sollte, durch gesetzliche Handlungen gerecht zu werden. Später schrieb er:

13 Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder; nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe. 14 Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. (Gal. 5, 13+14)

Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen! (Gal. 6, 2)

Paulus mahnte hier nachdrücklich, seine Freiheit, das mosaische Gesetz nicht halten zu müssen, nicht zu mißbrauchen. Unsere Freiheit sollte uns insbesondere nicht als Vorwand dienen, unseren fleischlichen sündigen Gelüsten nachzugeben.

Er führte außerdem im Kapitel 5 aus, daß es wichtig ist, sich durch den Heiligen Geist leiten zu lassen, damit dann die Frucht des Geistes gedeihen kann (Gal. 5, 16–25).

Epheser

Paulus schrieb über Jesus:

Er hat das Gesetz der Gebote in Satzungen beseitigt… (Eph. 2, 15; Elberfelder)

Andere übersetzen auch, daß das Gesetz hinweggetan bzw. abgetan bzw. aufgehoben sei (Schlachter 2000 bzw. Luther 2017 bzw. Einheitsübersetzung 2016). Doch das griechische Wort „katargeó“ bedeutet auch „außer Kraft setzen“ oder „inaktiv“ oder „machtlos machen“. Man sollte besser folgendermaßen übersetzen:

hat er das Gesetz mit seinen zahlreichen Geboten und Anordnungen außer Kraft gesetzt… (Eph. 2, 15; Neue Genfer Übersetzung)

Jesus hat das mosaische Gesetz insofern außer Kraft gesetzt, daß wir es nicht zu erfüllen brauchen, um gerecht zu werden.

Timotheus

An Timotheus richtete Paulus die folgenden Worte:

1 Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten, 2 durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind, 3 die verbieten, zu heiraten, und gebieten, sich von Speisen zu enthalten, die Gott geschaffen hat zur Annahme mit Danksagung für die, welche glauben und die Wahrheit erkennen. 4 Denn jedes Geschöpf Gottes ist gut und nichts verwerflich, wenn es mit Danksagung genommen wird; 5 denn es wird geheiligt durch Gottes Wort und durch Gebet. (1. Tim. 4, 1–5; Elberfelder)

Hier warnte Paulus wieder vor Irrlehre. Die Speisen, um die es hier geht, sind diejenigen, „die Gott geschaffen hat zur Annahme mit Danksagung“ (Vers 3). Schweinefleisch und andere unreine Tiere hat Gott nicht für den menschlichen Verzehr geschaffen, wie wir im folgenden noch sehen werden.

Hebräer

Jesus ist nach der Ordnung Melchisedeks Hohepriester in Ewigkeit geworden (Heb. 6, 20). Im siebten Kapitel geht es um das neue Priestertum Jesu und um den Vergleich zum vorherigen levitischen Priestertum des mosaischen Gesetzes. Der Priester der Christen ist kein Levit, sondern Jesus und in seinem Priestertum gilt ein anderes Gesetz:

11 Wenn nun durch das levitische Priestertum die Vollkommenheit [gekommen] wäre – denn unter diesem hat das Volk das Gesetz empfangen –, wozu wäre es noch nötig, daß ein anderer Priester nach der Weise Melchisedeks auftritt und nicht nach der Weise Aarons benannt wird? 12 Denn wenn das Priestertum verändert wird, so muß notwendigerweise auch eine Änderung des Gesetzes erfolgen. (Heb. 7, 11+12)

In Heb. 8, 10 und Heb. 10, 16 finden sich Erklärungen zum neuen Gesetz. Diese stehen im Zusammenhang mit Jeremia 31, 33. Dazu später mehr.

Jakobus

Jakobus schrieb:

Wer aber hineinschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darin bleibt, dieser [Mensch], der kein vergeßlicher Hörer, sondern ein wirklicher Täter ist, er wird glückselig sein in seinem Tun. (Jak. 1, 25)

Wenige Verse danach nahm Jakobus wiederum Bezug zum Gesetz:

8 Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach dem Schriftwort: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!«, so handelt ihr recht; 9 wenn ihr aber die Person anseht, so begeht ihr eine Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter verurteilt. 10 Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden. 11 Denn der, welcher gesagt hat: »Du sollst nicht ehebrechen!«, hat auch gesagt: »Du sollst nicht töten!« Wenn du nun zwar nicht die Ehe brichst, aber tötest, so bist du ein Übertreter des Gesetzes geworden. 12 Redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen! 13 Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht. (Jak. 2, 8–13)

Meint Jakobus, daß man das ganze Gesetz Mose halten sollte? Man beachte: (i) Jakobus schrieb vom „Gesetz der Freiheit“. (ii) Jakobus adressierte den Brief „an die zwölf Stämme, die in der Zerstreuung sind“ (Jak. 1, 1). (iii) Jakobus war derjenige (Apg. 15, 13), der während des apostolischen Konzils sagte, man solle den Gläubigen aus den Nationen keine Lasten auflegen, sondern ihnen nur schreiben, sich von den vier Dingen zu enthalten.

Johannes

Im ersten Johannesbrief lesen wir:

7 Geliebte, laßt uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. 8 Wer nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe…

11 Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, so sind auch wir es schuldig, einander zu lieben. 12 Niemand hat Gott jemals gesehen; wenn wir einander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen geworden. 13 Daran erkennen wir, daß wir in ihm bleiben und er in uns, daß er uns von seinem Geist gegeben hat…

20 Wenn jemand sagt: »Ich liebe Gott«, und haßt doch seinen Bruder, so ist er ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann der Gott lieben, den er nicht sieht? 21 Und dieses Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, auch seinen Bruder lieben soll. 1 Jeder, der glaubt, daß Jesus der Christus ist, der ist aus Gott geboren; und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der aus Ihm geboren ist. 2 Daran erkennen wir, daß wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. 3 Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. (1. Joh. 4, 7 bis 1. Joh. 5, 3)

Hier wird betont, daß es sehr wichtig ist, daß wir unsere Glaubensgeschwister lieben und Gottes Gebote halten, die bemerkenswerterweise als „nicht schwer“ bezeichnet werden. Die mosaischen Gebote waren aber ein so schweres Joch, das kein Mensch außer Jesus tragen konnte (Apg. 15, 10).

 

Die Zehn Gebote des mosaischen Gesetzes

In den fünf Büchern Mose ist das mosaische Gesetz aufgeschrieben. Wir wollen hier nicht die vielen hundert Bestimmungen des mosaischen Gesetzes zitieren, sondern uns lediglich mit den Zehn Geboten beschäftigen. Diese sind Teil des mosaischen Gesetzes und haben eine herausragende Bedeutung. Sie sind die einzigen Gebote, die Gott selbst mit seinem Finger in Steintafeln geschrieben hat (2. Mo. 31, 18; 5. Mo. 9, 10). Auch sind es die einzigen Gebote, die in der Bundeslade aufbewahrt wurden, in der sich sonst nur noch sehr wenige Dinge befanden, nämlich der goldene Krug mit dem Himmelsbrot (also dem Manna aus der Wüste) und der Stab Aarons, der gegrünt hatte (Heb. 9, 4). Die Stiftshütte mit der Bundeslade waren Abbilder und Schatten der himmlischen Dinge (Heb. 8, 5).

Salomo sagte, daß in der Bundeslade der Bund ist, den Gott mit den Vätern gemacht hat, als er sie aus Ägypten herausführte (1. Kö. 8, 21). Die Zehn Gebote gehören zum Alten Bund, der am Berg Sinai geschlossen wurde (2. Mo. 24, 3–8).

Betrachten wir die Zehn Gebote im einzelnen:

 

2. Mose 20, 3–17

5. Mose 5, 7–21

1

Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!

2

Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

3

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen! Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.

4

Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn! Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun; aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und er ruhte am siebten Tag; darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und geheiligt.

Halte den Sabbattag und heilige ihn, wie es dir der Herr, dein Gott, geboten hat! Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun; aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun, weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Rind, noch dein Esel, noch all dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore ist, damit dein Knecht und deine Magd ruhen wie du. Denn du sollst bedenken, daß du auch ein Knecht gewesen bist im Land Ägypten, und daß der Herr, dein Gott, dich von dort herausgeführt hat mit mächtiger Hand und ausgestrecktem Arm. Darum hat dir der Herr, dein Gott, geboten, daß du den Sabbattag halten sollst.

5

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt!

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, wie es dir der Herr, dein Gott, geboten hat, damit du lange lebst und es dir gut geht in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt!

6

Du sollst nicht töten! [Das hebräische Wort „ratsach“ meint das Morden, d.h. ungesetzliches Töten.]

7

Du sollst nicht ehebrechen.

8

Du sollst nicht stehlen.

9

Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten!

10

Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat!

Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten; und du sollst dich nicht gelüsten lassen nach dem Haus deines Nächsten, noch nach seinem Acker, noch nach seinem Knecht, noch nach seiner Magd, noch nach seinem Rind, noch nach seinem Esel, noch nach allem, was dein Nächster hat!

 

Die Gebote 1 bis 3 befolgt man, wenn man Gott liebt.

Wir beantworten später die Frage, ob es sich auch beim vierten Gebot, den Sabbat zu halten, um ein Gebot handelt, das man auch heute noch halten muß.

Die Gebote 5 bis 10 ergeben sich aus dem Gebot der Nächstenliebe. Das siebte Gebot außerdem daraus, daß die Apostel forderten, daß man sich von Unzucht enthalten solle (Apg. 21, 25; siehe auch obiger Abschnitt).

 

Prophetien im Alten Testament

In diesem Abschnitt beschäftigen wir uns mit Prophetien im Zusammenhang mit dem Gesetz.

Jesaja

Jesaja prophezeite über das noch immer zukünftige Gericht:

16 Denn mit Feuer und mit seinem Schwert wird der HERR alles Fleisch richten; und die vom HERRN Erschlagenen werden eine große Menge sein. 17 Die sich heiligen und reinigen für die [Götzen-]Gärten, und einer anderen nachlaufen, inmitten derer, welche Schweinefleisch, Mäuse und andere Greuel essen – alle zusammen sollen sie weggerafft werden!, spricht der Herr. (Jes. 66, 16+17)

Der Verzehr von Schweinen und anderen unreinen Speisen ist in Gottes Augen also in Zukunft ein solches Greuel, also so etwas abscheuliches, daß man weggerafft wird.

 

Jeremia

Jeremia prophezeit über den Neuen Bund, in dem wir leben:

31 Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde; 32 nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloß an dem Tag, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl ich doch ihr Eheherr war, spricht der Herr. 33 Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein; 34 und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: »Erkenne den Herrn!« Denn sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, spricht der Herr; denn ich werde ihre Missetat vergeben und an ihre Sünde nicht mehr gedenken! (Jer. 31, 31–34)

Hier wurde über den Neuen Bund mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda prophezeit. Wir Christen gehören durch unseren Glauben auch zu dem Haus Israel bzw. Juda, wir sind also somit in gewisser Weise auch Juden (Röm. 11, 11–24).

Das hebräische Wort „torah“ wurde mit „Gesetz“ übersetzt; man kann es aber auch mit „Weisung“, „Anweisung“, „Anordnung“, „Vorschrift“ und „Gebot“ übersetzen. Hier geht es also um all diese Dinge, die Gott in unser Innerstes legen und auf unsere Herzen schreiben will.

Auf diese Prophetie wurde im Korintherbrief (2. Kor. 3, 3) Bezug genommen und sie wurde im Brief an die Hebräer zitiert (Heb. 8, 10; Heb. 10, 16).

 

Schlußfolgerungen und Ergänzungen

Das mosaische Gesetz als solches muß nicht befolgt werden, sofern es über das hinausgeht, was die Apostel und der Heilige Geist statt dessen gefordert haben, nämlich…

daß ihr euch enthaltet von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzucht… (Apg. 15, 29)

Wie wir oben gesehen haben, sind Unzucht insbesondere auch Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe, das schließt auch Geschlechtsverkehr vor der Ehe ein, Geschlechtsverkehr mit Tieren, Inzest, Geschlechtsverkehr unter Männern sowie Geschlechtsverkehr während der Menstruation.

Ist somit alles andere erlaubt, wie z.B. morden und stehlen? Man erinnere sich, daß es beim apostolischen Konzil um das mosaische Gesetz ging. Es ging um die Frage, welche Gebote vom mosaischen Gesetz gehalten werden müssen. Es handelt sich selbstverständlich nicht um eine umfassende Lehre, wie man gemäß dem Willen Gottes lebt.

Gott gab den Menschen schon lange vor Mose Gebote. Gott sagte:

weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und meine Rechte, meine Gebote, meine Satzungen und meine Gesetze gehalten hat! (1. Mo. 26, 5)

Einerseits sind sicher nicht alle diese Gebote, Satzungen und Gesetze Gottes im ersten Buch Mose aufgeschrieben. Andererseits müssen wir auch nicht alle Gebote halten, die schon vor Mose galten; denn sonst müßten wir uns auch beschneiden lassen, weil es das Gebot der Beschneidung bereits seit Abraham gibt.

Also welche Gebote sollten wir nun halten?

Wir leben heute im Neuen Bund und wie Jeremia prophezeite will Gott uns seine Anweisungen in unser Innerstes legen und sie auf unser Herz schreiben (Jer. 31, 33). Gott möchte, daß wir ihn lieben, ihn suchen und daß wir uns für ihn öffnen, so daß er uns seinen Willen in unser Herz hineinlegen kann.

Jeremia prophezeite über den Neue Bund auch folgendes:

und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: »Erkenne den HERRN!« Denn sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, spricht der HERR… (Jer. 31, 34)

Wie lernen wir Gott näher kennen? Dadurch, daß er sich uns offenbart, insbesondere im Gebet und in seinem geschriebenen Wort, also der Bibel. Beim Studium der vier Evangelien können wir uns einige Gebote Jesu auf unser Herz schreiben lassen. Die Briefe enthalten viel Weisheit und etliche hilfreiche Erklärungen. Paulus schrieb an Timotheus:

14 Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir zur Gewißheit geworden ist, da du weißt, von wem du es gelernt hast, 15 und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. 16 Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 17 damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet. (2. Tim. 3, 14–17)

Die Schriften, von denen Paulus hier schrieb, sind das Alte Testament. Das Alte Testament hat also auch schon die Kraft, uns im Hinblick auf unseren Neuen Bund weise zu machen. Wir sollten also auch diese Schriften studieren, damit wir nicht nur teilweise, sondern ganz und vollständig zubereitet werden im Sinne Jesu Christi.

Man bedenke hierbei auch:

Denn ich, der HERR, verändere mich nicht… (Mal. 3, 6)

Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit! (Hebr. 13, 8)

Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel. (Jak. 1, 17)

Also ändert Gott seine Meinung nicht im Hinblick auf das, was ihm gefällt. Zu Beginn durfte man seine Frau nicht entlassen, das mosaische Gesetz erlaubte es aber aufgrund der Härte der Herzen (Mt. 19, 8). Somit gab es einen Unterschied zwischen dem, was Gott erlaubte und dem, was er sich idealerweise gewünscht hätte. Es liegt also der Gedanke nahe, daß Gott uns jetzt mehr gestattet und weniger von uns verlangt, als er sich idealerweise wünschen würde.

Ich möchte euch einladen, mit mir im folgenden ein paar weitere Schriftstellen zu studieren, um Gott näher kennenzulernen und die folgenden Fragen zu beantworten, über die Uneinigkeit in der heutigen Christenheit besteht:

  1. Wie denkt Gott über den Sabbat?
  2. Wie denkt Gott darüber, wenn wir Schweinefleisch oder andere unreine Tiere essen?
  3. Möchte Gott, daß wir den zehnten Teil unseres Einkommens spenden?

Wie denkt Gott über den Sabbat?

Zunächst beschäftigen wir uns mit der Einführung des Sabbats als Ruhetag und dann damit was in der Bibel zur Zukunft des Sabbats steht. Abschließend gehen wir auf die Frage ein, wie ist es, den Sonntag als Sabbat zu heiligen oder zu feiern.

Die Bibel berichtet über den allerersten Sabbat, also den siebten Tag:

2 Und Gott hatte am siebten Tag sein Werk vollendet, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von seinem ganzen Werk, das er gemacht hatte. 3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte er von seinem ganzen Werk, das Gott schuf, als er es machte. (1. Mo. 2, 2+3)

Nach seinem sechs Tage dauernden Schöpfungswerk ruhte Gott am siebten Tag und machte ihn dadurch zu etwas Besonderem; er heiligte ihn hierdurch.

Das Buch Jaschar[1] Das Buch Jaschar ist ein apokryphisches Geschichtsbuch, auf das in der Bibel verwiesen wird, nämlich in Josua 10, 13 und in 2. Samuel 1, 18.
Es wird auch als das Buch des Aufrichtigen, des Redlichen oder des Rechtschaffenden bezeichnet.
berichtet von der Einführung des Sabbats als Ruhetag während der Sklaverei
in Ägypten:

41 Und es kam der Tag, an dem Mose nach Goschen ging, um seine Brüder zu sehen, als er die Kinder von Israel unter ihren Bürden und bei ihrer harten Arbeit sah, und Mose war wegen ihnen betrübt. 42 Und Mose kehrte nach Ägypten zurück und kam zum Haus von Pharao, und kam vor den König, und Mose verneigte sich vor dem König. 43 Und Mose sagte zu Pharao: Ich bitte dich, mein Herr, ich bin mit einem kleinen Gesuch zu dir gekommen, sende mein Gesicht nicht leer fort, und Pharao sagte zu ihm: Sprich. 44 Und Mose sagte zu Pharao: Laß deinen Dienern, den Kindern von Israel, die in Goschen sind, einen Tag der Ruhe von ihrer Arbeit geben. 45 Und der König antwortete Mose und sagte: Siehe, ich habe dein Gesicht aufgerichtet in dieser Angelegenheit, indem ich dir dein Gesuch gewähre. 46 Und Pharao ordnete die Verkündung einer Proklamation in ganz Ägypten und Goschen an, die besagte: 47 An euch, alle ihr Kinder von Israel; so spricht der König: An sechs Tagen sollt ihr eure Arbeit tun, aber am siebten Tag sollt ihr ausruhen, und sollt keinerlei Arbeit tun, so sollt ihr es alle Tage tun, wie es der König und Mose, der Sohn von Bathia, befohlen haben. (Jaschar 70, 41–47; Übersetzung Holger Grimme, MUV Wallenfels)

Zuvor hatte der Pharao die Israeliten mit Hilfe einer List versklavt (Jaschar 65, 9–13+19–30): Die Israeliten arbeiteten zunächst freiwillig gegen Bezahlung zusammen mit den Ägyptern. Dann zogen sich alle Ägypter nach und nach von der Arbeit zurück. Später wurde den Israeliten auch kein Lohn mehr gezahlt und sie wurden mit Gewalt gezwungen, ihre Arbeit fortzusetzen. Die Leviten arbeiteten aber im Gegensatz zu den anderen Stämmen von Anfang an überhaupt nicht für die Ägypter und wurden später auch nicht dazu gezwungen (Jaschar 65, 20+32–34). Somit ist anzunehmen, daß die Israeliten zunächst auch freiwillig ohne Ruhetag gearbeitet haben; denn anzunehmen, daß sie erst durch Gewalt dazu gezwungen wurden, wäre insbesondere deswegen abwegig, weil die Ägypter die Leviten überhaupt nicht zur Arbeit gezwungen haben.

Es gibt keinen Hinweis in der Bibel auf ein Arbeitsverbot am Sabbat vor Moses Zeiten. Denkbar ist aber, daß es dieses dennoch gab und die Israeliten ungehorsam waren. Vielleicht wurden die Sabbate damals ähnlich wie die Neumonde gefeiert bzw. geheiligt, an denen die Schofar geblasen und Opfer dargebracht wurden (4. Mo. 10, 10; 4. Mo. 28, 11–14). Ein Arbeitsverbot gibt es im mosaischen Gesetz nicht für die Neumonde, aber teilweise wurden sie wohl trotzdem als Ruhetage gehalten (Amos 8, 5).

Im mosaischen Gesetz gibt es einige Vorschriften, die den Sabbat betreffen, insbesondere das vierte der Zehn Gebote und daß man sogar getötet werden sollte, wenn man am Sabbat arbeitete (2. Mo. 31, 14+15; 2. Mo. 35, 2).

 

Zur Zukunft des Sabbats:

Jesaja prophezeite:

22 Denn gleichwie der neue Himmel und die neue Erde, die ich mache, vor meinem Angesicht bleiben werden, spricht der Herr, so soll auch euer Same und euer Name bestehen bleiben. 23 Und es wird geschehen, daß an jedem Neumond und an jedem Sabbat alles Fleisch sich einfinden wird, um vor mir anzubeten, spricht der Herr. (Jes. 66, 22+23)

Wenn also Gott in Zukunft den neuen Himmel und die neue Erde geschaffen haben wird, werden die Neumonde und die Sabbate besonders geheiligt werden, und zwar insbesondere dadurch, daß Gott angebetet wird.

Die folgende Prophezeiung von Sacharja liegt auch noch in der Zukunft:

16 Und es wird geschehen, daß alle Übriggebliebenen von all den Heidenvölkern, die gegen Jerusalem gezogen sind, Jahr für Jahr heraufkommen werden, um den König, den Herrn der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern. 17 Und es wird geschehen: Dasjenige von den Geschlechtern der Erde, das nicht nach Jerusalem hinaufziehen wird, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten, über dieses wird kein Regen fallen. (Sach. 14, 16+17)

Also wird auch das Laubhüttenfest zukünftig insbesondere dadurch gefeiert werden, daß Gott angebetet wird. Das Laubhüttenfest ist eines der drei jährlichen Feste, zu denen man zum Tempel nach Jerusalem reisen mußte; das Passah- und das Wochenfest sind die beiden anderen (5. Mo. 16, 16). Die im Frühling liegenden Passah- und Wochenfeste haben im Zusammenhang mit Jesu Lebenszeit auf dieser Erde eine zusätzliche Bedeutung bekommen; denn zu Beginn des Passahfestes wurde Jesus gekreuzigt und während des Wochenfestes kam der Heilige Geist auf die Jünger (Apg. 2). Ich erwarte, daß das in den Herbst fallende Laubhüttenfest in Zukunft noch eine weitere Bedeutung bekommen wird, vielleicht ebenso der Tag des Hornblasens und der Versöhnungstag.

Ich möchte dich ermuntern, daß du Gott fragst, ob er sich vielleicht von dir wünscht, daß du die göttlichen Festtage heiligst oder in irgendeiner Weise feierst. Die Frühlingsfeste können wir aus Dankbarkeit dafür feiern was Jesus für uns getan hat und die Herbstfeste in Erwartung des Zukünftigen.

Die Israeliten mußten an einigen Festtagen eine heilige Versammlung halten und Oper darbringen. Ich denke, Gott hat Gefallen daran, wenn wir ihn an seinen Festen mit Gottesdiensten ehren und ihm Jubel und Dank als Opfer darbringen:

…ich will Jubelopfer bringen in seinem Zelt; ich will singen und spielen dem HERRN. (Ps. 27, 6; siehe auch Ps. 50, 23, Jer. 33,11, Jona 2, 10, Hebr. 13, 15)

Hinweise auf ein Arbeitsverbot am wöchentlichen Sabbat und an anderen Festtagen gibt es nur im mosaischen Gesetz, nicht die Zeit vor Mose betreffend und auch nicht in den Prophetien zur zukünftigen Erde. Wir sollten also andere nicht lehren, daß sie am Sabbat nicht arbeiten dürfen. Der Sabbat ist aber Gott wichtig und ich empfehle jedem, Gott zu fragen, wie er ihn verbringen und heiligen sollte.

 

Wie ist es, den Sonntag als Sabbat zu heiligen oder zu feiern?

Das Wort „Mittwoch“ wurde aus den beiden Worten „Mitte“ und „Woche“ zusammengefügt. Mittwoch ist also wie der Name schon sagt die Mitte der Woche; es gibt drei Wochentage davor und drei danach. Der Wochentagname „Samstag“ geht im Deutschen und in einigen anderen Sprachen auf den jüdischen Sabbat zurück (französisch „samedi“, griechisch „Σάββατο“ („sábbato“), italienisch „sabato“, polnisch „sobota“, portugiesisch „sábado“, russisch „суббо́та“, spanisch „sábado“). Diverse Kalenderreformen im Laufe der Jahrtausende haben die Wochentagabfolge nicht geändert und die Juden feiern heutzutage weiterhin den Sabbat am Samstag. Somit fällt der göttliche Sabbat, also der siebte Tag der Woche, auf den Samstag und nicht auf den Sonntag.

Als Wochenbeginn den Montag anzusehen, ist eine eher neuerliche Entwicklung im Zuge der beiden häufig arbeitsfreien Tage Samstag und Sonntag und folgt einer Empfehlung der ISO aus dem Jahr 1976 (ISO 2015:1976). Früher begann in Deutschland gemäß DIN 1355 die Woche am Sonntag. In den USA und anderen Ländern wird weiterhin am Sonntag als Wochenbeginn festgehalten.

Laßt uns lesen was passierte, als Aarons Söhne sich nicht an die göttliche Ordnung hielten:

1 Aber die Söhne Aarons, Nadab und Abihu, nahmen jeder seine Räucherpfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten fremdes Feuer dar vor den HERRN, das er ihnen nicht geboten hatte. 2 Da ging Feuer aus von dem HERRN und verzehrte sie, so daß sie starben vor dem HERRN. (3. Mo. 10, 1+2)

Die Söhne Aarons starben, als sie sich über Gottes Ordnungen hinwegsetzten, wie man ihm opfern sollte.

Daniel prophezeite über einen König:

Und er wird Worte reden gegen den Höchsten und wird die Heiligen des Höchsten aufreiben; und er wird danach trachten, Festzeiten und Gesetz zu ändern… (Dan. 7, 25; Elberfelder).

Gott gefällt es also nicht, wenn wir seine Ordnungen verändern und seine Festtage verschieben.

Kaiser Konstantin I. machte im vierten Jahrhundert den Sonntag zum Ruhetag, und zwar den Tag des „Sonnengottes“, also einen Tag zur Verehrung eines heidnischen Götzen. Die Christenheit, die zunächst den Sabbat gefeiert hatte, nutzte dann für ihre Gottesdienste auch den arbeitsfreien Sonntag. Das Christentum wurde also durch das Heidentum beeinflußt; es kam zu einer Vermischung von göttlichem und heidnischem und der Sabbat wurde durch den Sonntag als Ruhetag ersetzt.

Gott möchte aber, daß wir heilig sind und ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten (Joh. 4, 23+24), und zwar idealerweise ohne heidnischen Einfluß, denn er ist ein eifersüchtiger Gott (2. Mo. 20, 5; 2. Mo. 34, 14; 5. Mo. 4, 24; 5. Mo. 5, 9; 5. Mo. 6, 15; Jos. 24, 19; Jak. 4, 4+5).

 

Wie denkt Gott darüber, wenn wir Schweinefleisch oder andere unreine Tiere essen?

Die Bibel berichtet erstmalig von reinen und unreinen Tieren, wo Gott Noah sagt, daß er von den reinen je sieben Paar je Gattung und von den unreinen nur jeweils ein Paar mit auf die Arche nehmen sollte (1. Mo. 7, 2). Geopfert wurden stets nur reine Tiere (siehe z.B. 1. Mo. 8, 20; 3. Mo. 27, 11). Im mosaischen Gesetz steht das Verbot, unreine Tiere zu essen, und auch welche Tiere rein und welche unrein sind (3. Mo. 11, 1–47; 5. Mo. 14, 3–19). Interessant ist auch die Begründung Gottes:

43 Macht euch selbst nicht zu einem Greuel durch irgendein kriechendes Getier und verunreinigt euch nicht durch sie, so daß ihr dadurch unrein werdet! 44 Denn ich bin der Herr, euer Gott; darum sollt ihr euch heiligen und sollt heilig sein, denn ich bin heilig; und ihr sollt euch nicht verunreinigen mit irgendwelchem Getier, das auf der Erde kriecht! 45 Denn ich, der Herr, bin es, der euch aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat, um euer Gott zu sein; darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig! (3. Mo. 11, 43–45).

Gilt es auch noch heute für uns, daß man durch den Verzehr unreiner Tiere unrein und sogar zu einem Greuel wird (Vers 43)? Sind die Tiere, die damals unrein waren, auch heute noch immer unrein? Es gibt weder von Jesus, noch in den Briefen, noch von den Propheten anderslautende Aussagen (siehe oben). Jesus hat die Sünde der Menschheit auf sich genommen; es wird nirgendwo angedeutet, daß er auch für unreine Tiere gestorben sein könnte. Jesaja prophezeite, daß Gott es so abscheulich finden wird, wenn Leute Schweinefleisch und andere unreine Tiere essen, daß sie weggerafft werden (Jes. 66, 17); diese Prophezeiung ist noch nicht erfüllt worden und liegt für uns heute immer noch in der Zukunft. Die Bibel sagt somit ganz klar, daß Gott den Verzehr von unreinen Tieren verabscheute und auch in Zukunft verabscheuen wird. Somit gilt das auch heute ebenso, denn Gott verändert sich nicht (Mal. 3, 6; Hebr. 13, 8; Jak. 1, 17). Durchs Essen unreiner Tiere begeht man also in Gottes Augen ein Greuel.

Zeitweise unrein zu sein war zu Zeiten Moses ganz normal, denn zum Beispiel auch durch den ehelichen Geschlechtsverkehr wurde man immer vorübergehend unrein (3. Mo. 15, 18). Ein Greuel zu begehen ist damit nicht vergleichbar, denn das mußte nach dem Gesetz Mose manchmal sogar mit dem Tode bestraft werden (3. Mo. 20, 13).

Dürfen wir trotzdem Schweinefleisch essen, weil wir ja durch den Glauben an Jesus Christus gerecht geworden sind? Betrachten wir hierzu was Petrus an die „Fremdlinge in der Zerstreuung“ (1. Petrus 1, 1) schrieb:

14 Als gehorsame Kinder paßt euch nicht den Begierden an, denen ihr früher in eurer Unwissenheit dientet, 15 sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!« (1. Petrus 1, 14+15)

Wir sollen also heilig sein in unserem gesamten Wandel, das schließt auch unseren Körper mit ein. Die folgenden Sätze von Paulus sind auch noch relevant:

19 Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? 20 Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören! (1. Kor. 6, 19+20)

Es gilt also folgendes, wenn du Christ bist: (i) Dein Körper ist ein Tempel des Heiligen Geistes. (ii) Dein Körper gehört Gott. (iii) Du sollst Gott in deinem Körper verherrlichen.

Und jetzt frage ich dich: Bist du heilig in deinem gesamten Lebenswandel und verherrlichst du Gott, wenn du ein Greuel in einem Tempel des Heiligen Geistes begehst, der Gott allein gehört?

 

Welche Tiere sind rein und welche unrein?

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über reine und unreine Tiere (siehe 3. Mo. 11, 2–47 und 5. Mo. 14, 4–19; nach Elberfelder):

Reine Tiere

Unreine Tiere

Tiere, die vollständig gespaltene Hufe (oder Pfoten) haben und wiederkäuen, z.B. Rind, Schaf, Ziege, Hirsch, Gazelle, Damhirsch, Steinbock, Wisent, Antilope, Wildschaf.

Tiere, die nicht vollständig gespaltene Hufe (oder Pfoten) haben oder nicht wiederkäuen, z.B. Schwein, Kamel, Hase, Klippdachs, Maulwurf, Springmaus, alle Eidechsenarten, Gecko, Salamander, Chamäleon.

Fische, die Flossen und Schuppen haben.

Wassertiere, die keine Flossen oder keine Schuppen haben, z.B. Krabben, Scampi, Shrimps, Garnelen, Krebse, Hummer, Muscheln.

Vögel, die nicht in der Liste der unreinen Vögel sind, z.B. Tauben, Hühner, Gänse, Puten, Enten.

Adler [o. Gänsegeier] und Lämmergeier, Mönchsgeier, Gabelweihe, Königsweihe, Geier, Rabe, Straußenhenne [w. Tochter des Straußes. – Nach anderen bezeichnet das hebräische Wort eine Eulenart], Falken [andere vermuten eine Eulenart], Seemöwe [o. Fledermaus], alle Habichtarten, Steinkauz, Fischeule, Ibis [o. Katzenohreule], Waldohreule, Schleiereule, Wüstenkauz, Aasgeier, Fischeule, Storch, Fischreiher [o. Kormoran; o. Regenpfeifer; o. Strandläufer], Wiedehopf, Fledermaus.

Folgendes geflügelte Kleingetier, das auf vieren geht und Unterschenkel hat oberhalb seiner Füße, um damit auf der Erde zu hüpfen: Arbe, Solam, Hargol, Hagab [vier verschiedene Arten von Heuschrecken].

Alles andere Kleingetier; alles, was auf dem Bauch kriecht, und alles, was auf vieren geht, bis zu allem Vielfüßigen von allem Kleingetier.

 

Möchte Gott, daß wir den zehnten Teil unseres Einkommens spenden?

Der Zehnte gemäß des mosaischen Gesetzes diente dazu, die Leviten zu versorgen, die selbst kein Land besaßen und den Opferdienst ausführten (3. Mo. 27, 30–32; 4. Mo. 18, 21–32; 5. Mo. 14, 22–29). Ein Opferdienst ist heute nicht mehr nötig, weil Jesus für uns als Opfer gestorben ist; die levitischen Priester gibt es heute auch nicht mehr; Jesus ist unser Hohepriester (Hebr. 5, 10; Hebr. 6, 20; Hebr. 7, 26+27). Somit ist offenbar, daß es heute gar nicht mehr möglich ist, den Zehnten gemäß des mosaischen Gesetzes zu entrichten.

Gibt es aber ein darüberhinausgehendes Gebot bezüglich des Zehnten? Erstmalig wird der Zehnte in der Bibel erwähnt, wo Abraham dem Priester Melchisedek den Zehnten gab:

18 Aber Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein herbei. Und er war ein Priester Gottes, des Allerhöchsten. 19 Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Allerhöchsten, dem Besitzer des Himmels und der Erde! 20 Und gelobt sei Gott, der Allerhöchste, der deine Feinde in deine Hand gegeben hat! Und [Abram] gab ihm den Zehnten von allem. (1. Mo. 14, 18–20)

Jesus ist nach der Ordnung Melchisedeks Hohepriester in Ewigkeit geworden (Hebr. 6, 20). Hieraus leitet sich aber kein Gebot ab, den Zehnten heutzutage zu geben: In der Bibel steht nichts darüber, daß Melchisedek etwas von Abraham gefordert hätte; Abraham hat ihm den Zehnten wohl aus freien Stücken von sich aus gegeben. Auch gibt es keinerlei Hinweis, daß Abraham ein weiteres Mal einen Zehnten gegeben hätte; es war wohl etwas Einmaliges. Abraham hat dem Priester und keinem anderen seinen Zehnten gegeben. Wir Christen sind alle Priester (Off. 1, 6) und Jesus ist unser Hohepriester (Hebr. 6, 20).

Die einzige weitere Stelle in der gesamten Bibel, wo der Zehnte ohne Bezug zum mosaischen Gesetz erwähnt wird, ist die, wo Jakob nach seinem Traum ein Gelübde ablegte:

20 Und Jakob legte ein Gelübde ab und sprach: Wenn Gott mit mir sein und mich behüten wird auf dem Weg, den ich gehe, und mir Brot zu essen geben wird und Kleider anzuziehen, 21 und mich wieder mit Frieden heim zu meinem Vater bringt, so soll der Herr mein Gott sein; 22 und dieser Stein, den ich als Gedenkstein aufgerichtet habe, soll ein Haus Gottes werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir gewißlich den Zehnten geben! (1. Mo. 28, 20–22)

Hier steht nichts von einem Gebot Gottes; also gelobte Jakob wohl freiwillig, den Zehnten zu geben. Selbst wenn es ein Gebot für Jakob gegeben hätte, könnte man daraus noch nicht schlußfolgern, daß dieses auch für alle seine Nachkommen gegolten hat. Und selbst wenn, dann hieße das noch immer nicht, daß wir dem auch heute folgen müßten; denn Abraham mußte sich und seine Nachkommen auch beschneiden lassen und wir müssen das heute nicht.

Es gibt somit keine biblische Grundlage zu lehren (weder im Alten noch im Neuen Testament), daß wir unser Einkommen verzehnten müssen. Paulus schrieb aber an die Galater:

Wer im Wort unterrichtet wird, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allen Gütern! (Gal. 6, 6)

Paulus führte an anderer Stelle detailliert aus, daß einem Apostel Anteil an den Gütern derer zusteht, denen er dient und daß diejenigen, die das Evangelium verkündigen, vom Evangelium leben sollen (1. Kor. 9, 1–14). Das Prinzip ist, daß der Diener Gottes statt einer normalen Arbeit nachzugehen, mit der er seinen Lebensunterhalt bestreiten könnte, seinen Glaubensgeschwistern dient und deswegen von diesen versorgt wird. Siehe auch Mt. 10, 41+42.

Jesus sagte des weiteren:

Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der von dir borgen will! (Mt. 5, 42)

Wir sollten also auch den Armen Almosen geben und barmherzig sein; siehe dazu auch Spr. 14, 21+31; Spr. 19, 17; Spr. 21, 13; Spr. 22, 9; Spr. 28, 27; Mt. 6, 4; Lk. 10, 25–37; Lk. 12, 33; Apg. 10, 4+31; Gal. 2, 10; Eph. 4, 28.

6 Das aber [bedenkt]: Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer im Segen sät, der wird auch im Segen ernten. 7 Jeder, wie er es sich im Herzen vornimmt; nicht widerwillig oder gezwungen, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb! (2. Kor. 9, 6+7)

Bei allem sollten wir auf Gott hören und seinen Anweisungen genau folgen, die er uns persönlich gibt. Und falls er beispielsweise zu uns sprechen sollte, unseren gesamten Besitz zu verkaufen und es den Armen zu geben, dann sollten wir das auch tun (siehe Mt. 19, 21; Mk. 10, 21).

 

Schlußbemerkungen

Gott hat im mosaischen Gesetz viel Weisheit offenbart und die Beachtung der mosaischen Gebote ist mit Segen verbunden (Mt. 5, 19). Es hat beispielsweise gesundheitliche Vorteile, wenn man koscher ißt.

Laßt uns aber auf keinen Fall, falscher Frömmigkeit verfallen und dabei womöglich versuchen, durch Werke zu unserer Gerechtigkeit etwas beizutragen, die uns allein aus Glauben an Jesus Christus geschenkt wurde. Auch sollten wir nicht übereifrig oder fleischlich versuchen, Gott durch gute Werke zu beeindrucken, sondern uns von ihm zeigen lassen, was er möchte, was wir mit ihm für ihn tun sollen.

Gott belohnt uns, wenn wir ihn suchen (Hebr. 11, 6). Um ihn näher kennenzulernen, sollten wir sein gesamtes Wort studieren (Ps. 119, 160). Wir sollten ihn bitten, daß er sich uns offenbart und daß er seinen Willen in uns hineinlegt und uns seine Weisung ins Herz schreibt (Heb. 8, 10; Heb. 10, 16; Jer. 31, 33). Ich möchte dich ermuntern, das gesamte Wort Gottes zu studieren, also insbesondere alle Teile der Bibel zu lesen.

Jakobus schrieb:

22 Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, die sich selbst betrügen…

25 Wer aber hineinschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darin bleibt, dieser [Mensch], der kein vergeßlicher Hörer, sondern ein wirklicher Täter ist, er wird glückselig sein in seinem Tun. (Jak. 1, 22+25)

Laßt uns also Gottes Wort in die Tat umzusetzen und nicht nur hören oder lesen. Wenn wir das vollkommene Gesetz der Freiheit befolgen, also Gottes Gesetz, dann folgt daraus, daß wir in dem was wir tun glücklich und gesegnet sein werden.

Jakobus schrieb außerdem:

Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne die Werke tot. (Jak. 2, 26)

Dieses schrieb Jakobus in dem Zusammenhang, daß es ein Anzeichen für Unglauben ist, wenn man Gott nicht gehorsam ist. Hätte Abraham sich geweigert, seinen Sohn Isaak auf dem Altar zu opfern, dann hätte er das Wort Gottes zwar gehört, aber nicht danach gehandelt, Abraham hätte an Gott gezweifelt, er hätte ihm also nicht vollkommen vertraut bzw. geglaubt (Jak. 2, 21). Denn wenn man an jemanden glaubt, dann vertraut man ihm auch.

Laßt uns Jesus mit ganzem Herzen nachfolgen, so daß wir die Krone des Lebens empfangen (Jak. 1, 12). Laßt uns nicht lau sein, denn Jesus sagte in der Offenbarung des Johannes:

12 Und siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeden so zu vergelten, wie sein Werk sein wird. 13 Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte. 14 Glückselig sind, die seine Gebote tun, damit sie Anrecht haben an dem Baum des Lebens und durch die Tore in die Stadt eingehen können. (Off. 22, 12–14)

 

Zusammenfassung

Das mosaische Gesetz muß nicht befolgt werden, aber wir sollen uns nicht mit Götzendienst verunreinigen, kein Blut und auch kein Fleisch essen, das nicht vollständig ausgeblutet ist, sowie keine Unzucht treiben. Unzucht sind insbesondere auch Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe, das schließt auch Geschlechtsverkehr vor der Ehe ein, Geschlechtsverkehr mit Tieren, Inzest, Geschlechtsverkehr unter Männern sowie Geschlechtsverkehr während der Menstruation.

Wir sollten Gott fragen, wie wir den Sabbat heiligen sollten, denn er wird wie andere Festtage auch in Zukunft von göttlicher Bedeutung sein. Der Sonntag ist im Ursprung ein heidnischer Tag und dessen Heiligung entspricht nicht Gottes Willen.

Wenn man Schweinefleisch oder andere unreine Tiere ißt, begeht man ein Greuel in Gottes Augen. Wir sollten aber Gott verherrlichen mit unserem Körper, der ein Tempel des Heiligen Geistes ist.

Wir müssen nicht den Zehnten spenden, sollten aber Gottes Diener und insbesondere auch Arme unterstützen.

Uns sollte stets bewußt sein, daß wir nicht durch unser Tun gerecht werden, sondern allein durch den Glauben an Jesus Christus. Wir sollten das gesamte Wort Gottes studieren und uns von Gott seine Gebote in unser Herz schreiben lassen und diese auch befolgen. Wir sollten also Täter des Wortes sein; denn der Glaube ohne Werke ist tot.

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