Überwinde Satan mit dem Zeugnis, wer Du in Christus bist!

Überwinde Satan mit dem Zeugnis, wer Du in Christus bist! von Dr. Martin Zahn

In der Offenbarung des Johannes wird prophezeit, daß Christen auch „wegen des Wortes ihres Zeugnisses“ Satan überwunden haben (Off. 12, 11). Was ist damit gemeint und inwiefern kann es uns Christen heute helfen?

Johannes schrieb:

10 Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes und die Macht seines Christus gekommen; denn hinabgeworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte. 11 Und sie haben ihn überwunden wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tod! (Off. 12, 10+11 Elberfelder)

Hier geht es um „Brüder“, also Christen, die ihren „Verkläger“, also Satan bzw. den Teufel, überwunden haben, und zwar auch „wegen des Wortes ihres Zeugnisses“.

Allgemein ist ein Zeugnis einer Person ihre Aussage über etwas. Sind hier Aussagen also Zeugnisse von Christen im Hinblick darauf gemeint, was sie persönlich mit Gott erlebt haben? Da verschiedene Christen Unterschiedliches erleben, sind ihre diesbezüglichen Zeugnisse auch unterschiedlich. Johannes schrieb aber nicht „wegen … ihrer Zeugnisse“, sondern „ihres Zeugnisses“. Das griechische Wort für Zeugnis „marturia“ steht hier im Singular und nicht im Plural (wie in Mk. 14, 56).

Ich möchte betonen, daß es durchaus positiv ist, wenn Christen von ihren Erlebnissen mit Gott erzählen und zum Beispiel davon berichten, wie Gott sie geheilt hat. Das ehrt Gott und ist glaubensstärkend für andere. Darum geht es aber nicht in dieser Bibelstelle, denn es geht hier um ein einziges Zeugnis der Christen und nicht um mehrere individuelle Zeugnisse.

Um welches eine Zeugnis geht es hier? Welches Zeugnis haben alle Christen gemeinsam oder was bekennen alle Christen? Zweifellos beispielsweise das gemeinsame Bekenntnis zu Jesus als Gottes Sohn und daß Jesus sich und sein Blut für uns geopfert hat.

Ein solches Zeugnis könnte hier gemeint sein. Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Aspekt. Im Johannesevangelium wird häufig von dem Zeugnis einer Person geschrieben; was ist hiermit gemeint? Betrachten wir hierzu weitere Bibelstellen, zunächst zu dem Zeugnis von Jesus.

15 Johannes legte Zeugnis ab von ihm, rief und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir gewesen, denn er war eher als ich. 16 Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade. 17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. 18 Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluß [über ihn] gegeben. (Joh. 1, 15–18)[1] Die Bibelzitate sind der Übersetzung Schlachter (2000) entnommen, wenn nicht anders angegeben. Die Hervorhebungen habe ich hinzugefügt und Auslassungen durch „…“ gekennzeichnet.

Was sagt uns diese Bibelstelle über das Zeugnis von Jesus? Es geht um sein Dasein, seine Herkunft und seine Aufgaben, also im wesentlichen darum, wer Jesus ist.

Der folgende Bibeltext handelt auch von dem Zeugnis von Jesus:

23 Als er aber am Passahfest in Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, weil sie seine Zeichen sahen, die er tat. 24 Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte, 25 und weil er es nicht nötig hatte, daß jemand von dem Menschen Zeugnis gab; denn er wußte selbst, was im Menschen war. (Joh. 2, 23–25)

Die Leute hatten Jesu Zeichen gesehen. Jesus hatte es nicht nötig, daß jemand von „dem Menschen“, also von ihm, Zeugnis gab. Deswegen vertraute Jesus sich ihnen nicht an; er offenbarte sich ihnen nicht. Die Leute brauchten nicht zu wissen, wer er ist.

Jesus sagte:

31 Wenn ich von mir selbst Zeugnis ablege, so ist mein Zeugnis nicht glaubwürdig. 32 Ein anderer ist es, der von mir Zeugnis ablegt; und ich weiß, daß das Zeugnis glaubwürdig ist, das er von mir bezeugt. 33 Ihr habt zu Johannes gesandt, und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben. 34 Ich aber nehme das Zeugnis nicht von einem Menschen an, sondern ich sage das, damit ihr gerettet werdet. 35 Jener war die brennende und scheinende Leuchte, ihr aber wolltet euch nur eine Stunde an ihrem Schein erfreuen. 36 Ich aber habe ein Zeugnis, das größer ist als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gab, daß ich sie vollbringe, eben die Werke, die ich tue, geben Zeugnis von mir, daß der Vater mich gesandt hat. 37 Und der Vater, der mich gesandt hat, hat selbst von mir Zeugnis gegeben. Ihr habt weder seine Stimme jemals gehört noch seine Gestalt gesehen; 38 und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. 39 Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben. (Joh. 5, 31–39)

Jesu Werke geben Zeugnis darüber, daß der Vater ihn gesandt hat. Es wird hier bezeugt, daß Jesus ein Gesandter des Vaters ist.

12 Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben. 13 Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du legst von dir selbst Zeugnis ab; dein Zeugnis ist nicht glaubwürdig! 14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst Zeugnis ablege, so ist mein Zeugnis doch glaubwürdig, denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wißt nicht, woher ich komme und wohin ich gehe. (Joh. 8, 12–14)

Jesus bezeugte, daß er das Licht der Welt ist.

23 Und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos umher. 24 Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seele im Zweifel? Bist du der Christus, so sage es uns frei heraus! 25 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, diese geben Zeugnis von mir; … 29 Mein Vater … ist größer als alle… 30 Ich und der Vater sind eins. (Joh. 10, 23–30)

Hier geht es konkret um die Frage, ob Jesus der Christus ist. Jesu Werke geben Zeugnis darüber, d.h. sie belegen es. Jesus bezeugte auch, daß sein Vater größer ist als alle und daß er und der Vater eins sind. Es geht hier beim Zeugnis von Jesus wieder darum, wer er ist.

Betrachten wir noch das Zeugnis einer weiteren Person, und zwar das des Johannes des Täufers:

19 Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden von Jerusalem Priester und Leviten sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du? 20 Und er bekannte es und leugnete nicht, sondern bekannte: Ich bin nicht der Christus! 21 Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Und er sprach: Ich bin’s nicht! Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein! 22 Nun sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? Damit wir denen Antwort geben, die uns gesandt haben: Was sagst du über dich selbst? 23 Er sprach: Ich bin »die Stimme eines Rufenden, [die ertönt] in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!«, wie der Prophet Jesaja gesagt hat. (Joh. 1, 19–23)

Bei diesem Zeugnis des Johannes geht es wieder um die Frage „Wer bist du?“

Wenn von dem Zeugnis einer Person geschrieben wurde, dann ging es also häufig um ihre Identität, also um die Frage, wer sie ist. Unter dem Zeugnis der Christen kann man somit auch die Antwort auf die folgenden Fragen verstehen: „Wer bin ich?“ oder „Wer bin ich in Christus?“

Wenn ich Christ bin, dann kann ich bezeugen:

All diese Fakten gehören also zum Zeugnis eines jeden Christen. Wie bereits oben erwähnt, kann man zusätzlich beispielsweise auch das Bekenntnis zu Jesus und andere allgemeingültige Aussagen als Zeugnis der Christen ansehen.

Johannes schrieb nicht, daß die Christen wegen ihres Wissens oder wegen ihrer Erkenntnis über ihr Zeugnis überwunden haben. Johannes schrieb, daß sie „wegen des Wortes ihres Zeugnisses“ überwunden haben, also wegen des Aussprechens ihres Zeugnisses.

Um Satan zu überwinden, ist es also gut, sich seines Zeugnisses bewußt zu sein und es auch auszusprechen bzw. mit dem Mund zu bekennen.

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