Das Abendmahl – Das Mahl des Neuen Bundes

Das Abendmahl – Das Mahl des Neuen Bundes von Dr. Martin Zahn

Einleitung

Das Abendmahl ist das Bündnismahl des Neuen Bundes, mit dem der Neue Bund bekräftigt wird. Jesus möchte uns beim Mahl begegnen und wir können eine tiefere Offenbarung darüber bekommen, daß er den Preis für unsere Schuld und unsere Krankheiten bezahlt hat. Ich möchte euch einladen, mit mir die biblischen Schriften und die jüdischen Gebräuche zu betrachten, um ein besseres Verständnis und eine tiefere Offenbarung über das Mahl zu bekommen.

Für das Abendmahl gibt es diverse andere Namen wie Herrenmahl, Bündnismahl, Eucharistie und Tisch des Herrn; gemeint ist dasselbe. Der Einfachheit halber verwende ich in diesem Aufsatz stattdessen meistens nur „Mahl“.

Wir beginnen mit kurzen Betrachtungen der göttlichen Bündnismahle im Alten Testament. Wir beschäftigen uns dann mit dem Passahmahl und den jüdischen Gebräuchen und dann damit, wie Jesus es das letzte Mal mit seinen Jüngern feierte; denn hierin hat unser Abendmahl seinen Ursprung. Wir erläutern die Bedeutung und gehen auch auf die Fragen ein, ob uns das Mahl schaden kann und wie häufig es zu neutestamentlichen Zeiten gefeiert wurde. Wir geben auch praktische Hinweise, mit wem wir es wie feiern können. Es folgen noch ergänzende Gedanken zu Bibelstellen aus dem Alten und dem Neuen Testament und die Betrachtung der Leiden Jesu. Abschließend folgt eine kurze Zusammenfassung.

Die Bibelzitate sind der Übersetzung Schlachter (2000) entnommen, wenn nicht anders angegeben. Die Hervorhebungen habe ich hinzugefügt und Auslassungen durch „…“ gekennzeichnet.

 

Das Bündnismahl mit Abraham

Gott machte einen Bund mit dem kinderlosen Abram (1. Mo. 15) und versprach ihm, daß seine Abkömmlinge unzählbar sein werden (1. Mo. 15, 5). Zu dieser Zeit war Abram 70 Jahre alt (Jaschar[1] Das Buch Jaschar ist ein apokryphisches Geschichtsbuch, auf das in der Bibel verwiesen wird, nämlich in Josua 10, 13 und in 2. Samuel 1, 18.
Es wird auch als das Buch des Aufrichtigen, des Redlichen oder des Rechtschaffenden bezeichnet.
13, 17). Abram war 86 Jahre alt, als Hagar ihm den Ismael gebar (1. Mo. 16, 16). Als Abram 99 Jahre alt war, änderte Gott seinen Namen in Abraham (1. Mo. 17, 5), forderte von ihm die Beschneidung als Zeichen des Bundes (1. Mo. 17, 10–14) und außerdem geschah folgendes:

1 Und der HERR erschien ihm bei den Terebinthen Mamres, während er am Eingang seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten war. 2 Und er erhob seine Augen und schaute, siehe, da standen drei Männer ihm gegenüber. Und als er sie sah, eilte er ihnen entgegen vom Eingang seines Zeltes, beugte sich zur Erde nieder 3 und sprach: Mein Herr, habe ich Gnade vor deinen Augen gefunden, so geh doch nicht vorüber an deinem Knecht! 4 Man soll ein wenig Wasser bringen, und wascht eure Füße; und laßt euch nieder unter dem Baum, 5 so will ich einen Bissen Brot bringen, daß ihr euer Herz stärkt; danach mögt ihr weiterziehen, denn darum seid ihr bei eurem Knecht vorbeigekommen. Sie sprachen: Tue, wie du gesagt hast! 6 Und Abraham eilte in das Zelt zu Sarah und sprach: Nimm rasch drei Maß Feinmehl, knete sie und backe Brotfladen! 7 Abraham aber lief zu den Rindern und holte ein zartes und gutes Kalb und gab es dem Knecht; der eilte und bereitete es zu. 8 Und er trug Butter und Milch auf und von dem Kalb, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor. Und er stand bei ihnen unter dem Baum; und sie aßen. 9 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist deine Frau Sarah? Er antwortete: Drinnen im Zelt. 10 Da sprach er: Gewiß will ich um diese Zeit im künftigen Jahr wieder zu dir kommen, und siehe, deine Frau Sarah soll einen Sohn haben!… (1. Mo. 18, 1–10)

Der Gottesname „Jahwe“ oder „Jehova“ (genaue Schreibweise unbekannt) bezeichnet Gott, unsern himmlischen Vater, und wurde mit „HERR“ übersetzt. Jahwe erschien Abraham an einem Ort, wo er ihm einen Altar gebaut hatte, nämlich bei den Terebinthen Mamres bei Hebron (1. Mo. 13, 18). Abraham speiste mit drei Männern, die anscheinend hochrangige Repräsentanten Jahwes waren. Daß es genau drei waren, unterstreicht ihren hohen Rang, denn die Zahl Drei betont Göttlichkeit; siehe zum Beispiel: Vater, Sohn und Heiliger Geist; Noah hatte drei Söhne, die die Welt wieder bevölkerten (1. Mo. 9, 19); Abram nahm dreijährige Tiere zum Schließen seines Bündnisses mit Gott (1. Mo. 15, 9); dreimal jährlich mußte man anläßlich der höchsten Feste zum Tempel nach Jerusalem reisen (2. Mo. 23, 17; 2. Mo. 34, 23+24; 5. Mo. 16, 16); Daniel betete dreimal am Tag (Dan. 6, 11+14); drei Tage war Jona im Bauch des Fisches und drei Tage war Jesus im Grab (Mt. 12, 40); Gott schloß drei wichtige Bündnisse, und zwar erstens mit Abram (das Bündnis wurde mit Isaak und Jakob erneuert; das waren die drei Erzväter Israels), zweitens den Alten mosaischen Bund und drittens den Neuen Bund. – Somit denke ich, daß einer der drei Männer vielleicht Jesus war.

Das Brot, das sie aßen, wurde in Eile zubereitet (Vers 6). Somit blieb sicherlich keine Zeit, es durchsäuern zu lassen; denn auch zu anderen Zeiten war das in Eile gebackene Brot ungesäuert (Ri. 6, 18+19; 1. Sam. 28, 24).

Jahwe erschien Abraham und unmittelbar danach erschienen die drei Männer, sie aßen, Abraham begleitete sie und Jahwe sprach dann direkt mit Abraham (1. Mo. 18, 17–33). Somit glaube ich, daß Jahwe die gesamte Zeit anwesend war und sie auch in seiner Gegenwart aßen.

Man beachte, daß Sarah erst schwanger wurde, nachdem es das Zeichen des Bundes (also die Beschneidung) und dieses Mahl gab, von dem ich glaube, daß es ein Bündnismahl war, um den Bund zu bekräftigen.

 

Das Bündnismahl beim Alten Bund

Der mosaische Bund wurde folgendermaßen geschlossen:

1 Und er sprach zu Mose: Steige herauf zum HERRN, du und Aaron, Nadab und Abihu und 70 von den Ältesten Israels, und betet an von ferne! 2 Aber Mose allein soll sich zu dem HERRN nahen; jene sollen sich nicht nahen, und das Volk soll nicht mit ihnen heraufkommen! 3 Und Mose kam und verkündigte dem Volk alle Worte des HERRN und alle Verordnungen. Da antwortete das Volk einstimmig und sprach: Alle Worte, die der HERR geredet hat, wollen wir tun! 4 Da schrieb Mose alle Worte des HERRN nieder. Und er stand früh am Morgen auf und errichtete einen Altar unten am Berg und zwölf Gedenksteine für die zwölf Stämme Israels. 5 Und Mose sandte junge israelitische Männer, damit sie Brandopfer darbrachten und Jungstiere opferten als Friedensopfer für den HERRN. 6 Und Mose nahm die Hälfte des Blutes und goß es in Schalen; aber die andere Hälfte des Blutes sprengte er auf den Altar. 7 Darauf nahm er das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sprachen: Alles, was der HERR gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören! 8 Da nahm Mose das Blut und sprengte es auf das Volk und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den der HERR mit euch geschlossen hat aufgrund aller dieser Worte! 9 Da stiegen Mose und Aaron, Nadab und Abihu und 70 von den Ältesten Israels hinauf; 10 und sie sahen den Gott Israels; und unter seinen Füßen war es wie ein Gebilde von Saphirplatten und so klar wie der Himmel selbst. 11 Und er legte seine Hand nicht an die Auserwählten der Kinder Israels. Und sie schauten Gott und aßen und tranken. 12 Und der HERR sprach zu Mose: Steige zu mir herauf auf den Berg und bleibe dort, so will ich dir die steinernen Tafeln geben und das Gesetz und das Gebot, das ich geschrieben habe, um sie zu unterweisen! (2. Mo. 24, 1–12)

Nachdem das Volk den Bund mit Jahwe geschlossen hatte (Verse 3+7), nahmen Mose und einige der Ältesten ein Bündnismahl ein, wobei sie Gott sahen (Verse 10+11). Sie sahen Gott (hebräisch „elohim“); hier steht nicht, daß sie Jahwe sahen. Jahwe war aber gegenwärtig, denn er sprach vorher zu Mose (Vers 1), es wurde ihm geopfert (Vers 5) und gleich nach dem Mahl sprach Jahwe wieder zu Mose (Vers 12).

Hätte Jahwe ihnen sein Gesicht gezeigt, wären sie gestorben; denn Jahwe sagte später zu Mose: „Mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn kein Mensch wird leben, der mich sieht!“ (2. Mo. 33, 20). Es steht hier, daß sie Gott sahen und nicht, daß sie einen Teil von Gott gesehen hätten; somit glaube ich auch nicht, daß sie Jahwe teilweise von vorne oder von hinten sahen. Hätten sie Jahwe (oder einen Teil von ihm) gesehen, hätte Mose später wohl nicht den Wunsch geäußert, Jahwes Herrlichkeit zu sehen (2. Mo. 33, 18). Mose wurde später eine große Ehre dadurch zu Teil, daß Jahwe neben ihm vorüberging und er ihm dann hinterhersehen durfte (2. Mo. 33, 19–23). Jahwe hinterherzusehen stelle ich mir im Vergleich zu einem Mahl mit Essen und Trinken doch eher etwas kürzer und vor allem weniger ehrenvoll vor, so daß es dann wohl keine besondere Ehre mehr für Mose gewesen wäre.

Wenn sie nicht Jahwe sahen, wen sahen sie dann? Ich kenne nur einen, der da in Frage kommt: Jesus ist Gott (Jes. 9, 5; Ps. 45, 7+8 mit Hebr. 1, 8+9; Jes. 40, 3 mit Mt. 3, 3; Ps. 50, 6 oder Ps. 82, 1+8 mit Joh. 5, 22) und es gabt ihn schon „vor Grundlegung der Welt“ (Joh. 17, 24; Joh. 1, 1–3 mit 1. Joh. 1, 1 oder Off. 19, 13).

 

Das Passahmahl

Die Juden feiern jährlich das Fest der ungesäuerten Brote im Gedenken an die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei. Es beginnt am sogenannten Sederabend mit dem Passahmahl. Hierfür mußte ein makelloses Lamm geschlachtet, am Feuer gebraten und mit ungesäuertem Brot und bitteren Kräutern gegessen werden (2. Mo. 12, 5–8).

Nach jüdischem Brauch ist der Ablauf dieses Festmahls detailliert geregelt. Wir wollen hier besonders die Dinge betrachten, die einen Bezug zum Abendmahl haben. Es gibt drei Matzen (auch „Mazzen“ geschrieben), also ungesäuerte Fladenbrote, die unseren Himmlischen Vater, seinen Sohn Jesus Christus und den Heiligen Geist symbolisieren. Diese liegen zunächst übereinander. Die mittlere Matze (Jesus) wird herausgezogen und in zwei Teile gebrochen. Das größere Stück wird eingewickelt und versteckt, das sogenannte Afikoman (aramäisch: „vor uns herausziehen“); das symbolisiert, daß Jesus in leinene Tücher eingewickelt und ins Grab gelegt wurde (Joh. 19, 40; Mt. 27, 60; Mk. 6, 29; Lk. 23, 53). Danach wurde das Passahlamm mit bitteren Kräutern gegessen; die bitteren Kräuter symbolisieren Jesu Leiden. Heutzutage essen die Juden normalerweise ein anderes festliches Sättigungsmahl. Als Nachspeise ißt man das Afikoman, das man vorher wieder auswickelt; das symbolisiert Jesu Auferstehung. Das Afikoman ist genau das Brot, das Jesus seinen Jüngern mit den Worten reichte „Nehmt, eßt! Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; dies tut zu meinem Gedächtnis!“ (1. Kor. 11, 24).

Im Verlaufe der Mahlfeier werden mehrere Kelche mit Wein geleert. Dieses nimmt Bezug auf folgendes Bibelwort:

6 Darum sage den Kindern Israels: Ich bin der HERR, und ich will euch aus den Lasten Ägyptens herausführen und will euch aus ihrer Knechtschaft erretten und will euch erlösen durch einen ausgestreckten Arm und durch große Gerichte. 7 Und ich will euch als mein Volk annehmen und will euer Gott sein; und ihr sollt erkennen, daß ich, der HERR, euer Gott bin, der euch aus den Lasten Ägyptens herausführt. (2. Mo. 6, 6+7)

Vor Beginn des Sättigungsmahls werden die ersten beiden Kelche geleert, also der Kelche der Herausführung bzw. Aussonderung (Heiligung) und der Kelch der Errettung bzw. Befreiung. Nach dem Verspeisen des Afikomans folgt dann der dritte Kelch – der Kelch der Erlösung. Dieser wird bis zum Überlaufen gefüllt und symbolisiert so Erlösung im Übermaß. Das hebräische Verb „gaal“ bedeutet außer erlösen auch tilgen sowie zurück- und freikaufen. Jesus reichte diesen dritten Kelch mit den Worten „Trinkt alle daraus! Denn das ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“ (Mt. 26, 27+28).

Zum Abschluß des Mahls wird ein Lobgesang angestimmt, und zwar das Hallel, also die Psalmen 113 bis 118.

Die folgende Graphik veranschaulicht den Ablauf des Sederabends:

Graphik / Grafik / Diagramm zum Ablauf des Passahmahls / Abendmahls; Kelch / Kelche der Aussonderung (Heiligung), Befreiung (Errettung), Erlösung, Annahme; Matzen, Mazzen, Afikoman

 

Jesu letztes Passahmahl und seine Bedeutung

Johannes berichtete über Jesus bei seinem letzten Passahmahl:

2 Und während des Mahls… 4 stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich; 5 darauf goß er Wasser in das Becken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem Schurz zu trocknen, mit dem er umgürtet war…

12 Nachdem er nun ihre Füße gewaschen und sein Obergewand angezogen hatte, setzte er sich wieder zu Tisch und sprach zu ihnen: Versteht ihr, was ich euch getan habe? 13 Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht; denn ich bin es auch. 14 Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen; 15 denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe. 16 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr, noch der Gesandte größer als der ihn gesandt hat. 17 Wenn ihr dies wißt, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut! (Joh. 13, 2–17; hier und im Folgenden sind Anweisungen blau hervorgehoben)

Daß Jesus sich an das mosaische Gebot gehalten hat, das Passahlamm mit ungesäuertem Brot und bitteren Kräutern zu essen, ist selbstverständlich und wurde in den Evangelien nicht explizit erwähnt. Matthäus berichtete über den weiteren Verlauf des Mahls:

26 Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und eßt; das ist mein Leib. 27 Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sagte: Trinkt alle daraus; 28 das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. 29 Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von dieser Frucht des Weinstocks trinken, bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von Neuem davon trinke im Reich meines Vaters. 30 Nach dem Lobgesang gingen sie zum Ölberg hinaus. (Mt. 26, 26–30; Einheitsübersetzung 2016; hier und im Folgenden sind Hinweise, was das Mahl ist und was es bedeutet, rot hervorgehoben)

Ergänzend schrieb Paulus:

23 Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, nämlich daß der Herr Jesus in der Nacht, als er verraten wurde, Brot nahm, 24 und dankte, es brach und sprach: Nehmt, eßt! Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; dies tut zu meinem Gedächtnis! 25 Desgleichen auch den Kelch, nach dem Mahl, indem er sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; dies tut, sooft ihr ihn trinkt, zu meinem Gedächtnis! 26 Denn sooft ihr dieses Brot eßt und diesen Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. (1. Kor. 11, 23–26)

16 Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? 17 Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot. (1. Kor. 10, 16+17; Einheitsübersetzung 2016)

Laßt uns das Gelesene kurz tabellarisch zusammenfassen:

Was geschah?

Wozu forderte Jesus auf?

Was bedeutet es?

Jesus wusch den Jüngern die Füße.

So sollt auch ihr einander die Füße waschen.

Jesus ist Vorbild.

Jesus dankte Gott für das Brot, brach es und gab es den Jüngern zu essen.

Tut es zu Jesu Gedächtnis.

Das Brot ist Jesu Leib.

Verkündigung von Jesu Tod.

Teilhabe an Jesu Leib und Jesu Blut.

Jesus dankte Gott für den Kelch und gab ihn den Jüngern zu trinken.

Der Wein ist Jesu Blut. Das ist das Blut des Neuen Bundes.


Jesus wusch seinen Jüngern während des Passahmahls die Füße (Joh. 13, 2+4); hierbei handelte es sich also nicht um die sonst übliche Reinigung der Füße, wenn ein Gast mit staubigen Füßen von der Straße ankam. Jesu Aufforderung, sich gegenseitig die Füße zu waschen, scheint in Vergessenheit geraten zu sein. Bei den Adventisten ist es aber Bestandteil der Abendmahlsfeier. Man beachte, daß wir gesegnet werden, wenn wir einander die Füße waschen; denn Jesus sagte: „glückselig seid ihr, wenn ihr es tut“ (Joh. 13, 17).

Wir sollen das Mahl „zu Jesu Gedächtnis“ feiern (griechisch „anamnésis“). Das heißt, wir sollen die Ereignisse wieder aufleben lassen, also uns in Erinnerung rufen.

Das Brot ist Jesu Leib, also sein Körper. Der Wein ist Jesu Blut. Es sind nicht nur Symbole. Man muß es geistlich betrachten; im natürlichen verändern sie sich nicht, aber in der geistlichen Welt sind Brot und Wein Jesu Leib und Blut.

Wir essen also Jesu Leib und trinken sein Blut, aber was bedeutet das? Es steht geschrieben:

Denn das Leben des Fleisches ist im Blut, und ich habe es euch auf den Altar gegeben, um Sühnung zu erwirken für eure Seelen. Denn das Blut ist es, das Sühnung erwirkt für die Seele. (3. Mo. 17, 11)

Im Blut ist also das Leben, hebräisch „nephesh“, das auch Seele bedeutet (siehe auch 1. Mo. 9, 4). Wenn wir Jesu Blut trinken, dann nehmen wir damit sein Leben und seine Seele in uns auf. Jesus erklärte:

48 Ich bin das Brot des Lebens. 49 Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben; 50 dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt, damit, wer davon ißt, nicht stirbt. 51 Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot ißt, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt. 52 Da stritten die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns [sein] Fleisch zu essen geben? 53 Darum sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes eßt und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. 54 Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. 55 Denn mein Fleisch ist wahrhaftig Speise, und mein Blut ist wahrhaftig Trank. 56 Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. 57 Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, welcher mich ißt, um meinetwillen leben. 58 Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; es ist nicht wie das Manna, das eure Väter gegessen haben, und sind gestorben; wer dieses Brot ißt, der wird leben in Ewigkeit! (Joh. 6, 48–58)

Wenn wir also Jesu Leib essen und sein Blut trinken, dann nehmen wir ewiges Leben in uns auf und er bleibt in uns und wir in ihm.

Der jüdische Brauch, das Passahmahl zu feiern, enthält noch weitere Dinge, die prophetisch auf Jesus hinweisen; somit kann es hilfreich sein, sich im Hinblick auf eine gelegentliche besonders festliche Ausgestaltung der Mahlfeier von den jüdischen Bräuchen inspirieren zu lassen, um Jesu Leiden für uns besser zu verstehen und zu verinnerlichen; das Passahfest bietet sich hierfür natürlich als gute Gelegenheit an.

 

Kann uns das Mahl schaden, wenn wir es unwürdig einnehmen?

Paulus schrieb an die Korinther:

17 Wenn ich schon Anweisungen gebe: Das kann ich nicht loben, daß ihr nicht zu eurem Nutzen, sondern zu eurem Schaden zusammenkommt. 18 Zunächst höre ich, daß es Spaltungen unter euch gibt, wenn ihr als Gemeinde zusammenkommt; zum Teil glaube ich das auch. 19 Denn es muß Parteiungen geben unter euch, damit die Bewährten unter euch offenkundig werden. 20 Wenn ihr euch versammelt, ist das kein Essen des Herrenmahls; 21 denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg und dann hungert der eine, während der andere betrunken ist. 22 Könnt ihr denn nicht zu Hause essen und trinken? Oder verachtet ihr die Kirche Gottes? Wollt ihr jene demütigen, die nichts haben? Was soll ich dazu sagen? Soll ich euch etwa loben? In diesem Fall kann ich euch nicht loben…

27 Wer also unwürdig von dem Brot ißt und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. 28 Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. 29 Denn wer davon ißt und trinkt, ohne den Leib zu unterscheiden, der zieht sich das Gericht zu, indem er ißt und trinkt. 30 Deswegen sind unter euch viele schwach und krank und nicht wenige sind schon entschlafen. 31 Gingen wir mit uns selbst ins Gericht, dann würden wir nicht gerichtet. 32 Doch wenn wir jetzt vom Herrn gerichtet werden, dann ist es eine Zurechtweisung, damit wir nicht zusammen mit der Welt verdammt werden. 33 Wenn ihr also zum Mahl zusammenkommt, meine Brüder und Schwestern, wartet aufeinander! 34 Wer Hunger hat, soll zu Hause essen; sonst wird euch die Zusammenkunft zum Gericht. Weitere Anordnungen werde ich treffen, wenn ich komme. (1. Kor. 11, 17–34; Einheitsübersetzung 2016; in braun ist das hervorgehoben, was Hinweise darauf gibt, was die Korinther taten)

Die Korinther fingen mit dem Sättigungsmahl nicht gemeinsam an (Vers 33), sondern begannen ihre eigene Speise zu essen (Vers 21), wenn sie hungrig waren (Vers 34). Einige aßen und tranken im Übermaß und andere blieben hungrig (Vers 21). Die Wohlhabenden verachteten und demütigten also ihre armen Glaubensgeschwister (Vers 22), weil sie ihre Speisen nicht mit ihnen teilten; vielleicht kamen diese deswegen später zur Versammlung dazu. Sie nahmen somit das Abendmahl unwürdig ein (Vers 27); das Wort unwürdig ist hier ein Adverb, das heißt, sie handelten unwürdig. Sie selbst waren durch den Glauben an Jesus Christus durchaus würdig, aber die Art und Weise wie sie das Abendmahl feierten war unwürdig. Sie handelten deswegen unwürdig, weil sie den Leib Jesu nicht richtig unterschieden (Vers 29); das griechische Wort „diakrinó“, hier mit „unterscheiden“ übersetzt, wurde zu Beginn des Verses 31 mit „ins Gericht gehen“ übersetzt. Was ist damit gemeint, daß sie den Leib nicht unterschieden?

Denkbar ist, daß sie das Brot, also den Leib Jesu (Vers 24), den sie während des Mahls aßen, nicht von normaler Speise unterschieden. Gegen diese Auslegung spricht allerdings, daß Paulus das Verhalten der Glaubensgeschwister untereinander kritisierte und sozusagen als erste Sofortmaßnahme gegen ihr unwürdiges Verhalten anordnete, daß sie aufeinander warten sollten (Vers 33). Diese Anweisung kann man auch mit „nehmt einander gastlich auf“ oder „heißt sie von Herzen willkommen“ übersetzen (griechisch „ekdechomai“).

Im Neuen Testament ist es gebräuchlich, die Gemeinde Jesu, also die Glaubensgeschwister, als Leib des Herrn zu bezeichnen (1. Kor. 12, 13+27; Eph. 1, 23; Eph. 4, 12+16; Eph. 5, 23+30; Kol. 1, 18+24; Röm. 12, 5; 1. Kor. 10, 17; Eph. 2, 16; Kol. 2, 19; Kol. 3, 15). Die Korinther behandelten ihre Glaubensgeschwister so wie Ungläubige und nicht wie Brüder und Schwestern; sie unterschieden also ihre Geschwister nicht von Ungläubigen. Man beachte, was Jesus seinen Jüngern sagte, nachdem sie das Passahmahl gefeiert und aus dem Haus gegangen waren:

34 Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. 35 Daran wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. (Joh. 13, 34+35)

Es fehlte den Korinthern also an Liebe untereinander. Das Problem war, daß sie ihre Glaubensgeschwister während der Versammlungen verachteten und demütigten, in denen sie das Abendmahl feierten.

Wir brauchen also keine Furcht davor zu haben, daß wir unwürdig sein könnten, denn durch den Glauben an das Erlösungswerk Jesu sind wir immer würdig. Wir sollten uns aber prüfen und darauf achten, daß wir insbesondere bei unseren Versammlungen mit Abendmahl unsere Glaubensgeschwister als solche betrachten und behandeln.

 

Wie häufig wurde das Mahl zu neutestamentlichen Zeiten gefeiert?

Über die ersten Christen, die sich aufgrund der Ausgießung des Heiligen Geistes am Wochenfest (Pfingsten) bekehrten, steht geschrieben:

Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten. (Apg. 2, 42)

Und jeden Tag waren sie beständig und einmütig im Tempel und brachen das Brot in den Häusern, nahmen die Speise mit Frohlocken und in Einfalt des Herzens; (Apg. 2, 46)

Ist hier mit dem Brotbrechen das Feiern des Abendmahls gemeint? Im Vers 42 ist vom Brotbrechen inmitten geistlicher Dinge die Rede, also von der Lehre der Apostel, von der Gemeinschaft und von Gebeten; was diese Vermutung durchaus unterstützt. Wenn man dann im Vers 46 liest, daß sie täglich das Brot brachen, könnte man schlußfolgern, daß sie täglich das Abendmahl feierten. Im Vers 46 steht das Brotbrechen aber im Zusammenhang mit dem Einnehmen von Speise, womit wohl eher ein Sättigungsmahl gemeint ist; im griechischen steht hier zusätzlich zu „Brot“ das Wort „trophé“ für Nahrungsmittel.

Es gibt einige weitere Stellen im Neuen Testament, wo das Brotbrechen eindeutig auf ein Sättigungsmahl hinweist (Mt. 14, 19; Mt. 15, 36; Mk. 6, 41; Mk. 8, 6+19; Lk. 9, 16), weswegen man aufgrund des Berichts in der Apostelgeschichte nicht schließen kann, daß sie das Abendmahl täglich feierten.

Schauen wir uns nochmal den bereits oben betrachteten Abschnitt im ersten Korintherbrief an:

17 Wenn ich schon Anweisungen gebe: Das kann ich nicht loben, daß ihr nicht zu eurem Nutzen, sondern zu eurem Schaden zusammenkommt. 18 Zunächst höre ich, daß es Spaltungen unter euch gibt, wenn ihr als Gemeinde zusammenkommt20 Wenn ihr euch versammelt, ist das kein Essen des Herrenmahls; 21 denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg und dann hungert der eine, während der andere betrunken ist. 22 Könnt ihr denn nicht zu Hause essen und trinken? Oder verachtet ihr die Kirche Gottes?…

27 Wer also unwürdig von dem Brot ißt und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn… 29 Denn wer davon ißt und trinkt, ohne den Leib zu unterscheiden, der zieht sich das Gericht zu, indem er ißt und trinkt…

33 Wenn ihr also zum Mahl zusammenkommt, meine Brüder und Schwestern, wartet aufeinander! 34 Wer Hunger hat, soll zu Hause essen; sonst wird euch die Zusammenkunft zum Gericht… (1. Kor. 11, 17–34; Einheitsübersetzung 2016)

Paulus schrieb zunächst allgemein über die Versammlungen (Verse 17+18). Er schrieb hier über das Zusammenkommen, also ihre Versammlungen als Gemeinde bzw. Kirche (griechisch „ekklésia“, Verse 18+22); er schrieb also über das, was heute auch Gottesdienst genannt wird. Auch die nachfolgenden Sätze beziehen sich auf ihre Versammlungen im allgemeinen. Für Versammlung steht hier im griechischen immer dasselbe Verb „sunerchomai“, dessen Übersetzungen ich grün hervorgehoben habe (Verse 17+18+20+33+34).

Paulus schrieb, daß ihre Versammlungen kein Essen des Herrenmahls sind (Vers 20). Man beachte, daß Paulus nicht schrieb „wenn ihr euch zum Herrenmahl versammelt…“, sondern er sagte sinngemäß „euer Gottesdienst ist kein Herrenmahl im Sinne Jesu“. Er schrieb hier nicht von besonderen Gottesdiensten bzw. Versammlungen, sondern ganz allgemein.

Bei den Versammlungen war es Brauch, auch ein Sättigungsmahl zu sich zu nehmen (Verse 20+21). Paulus warnte, daß wenn sie hierbei nicht aufeinander warteten (Vers 33), ihre Zusammenkunft zum Gericht würde (Vers 34); also enthielt ihre Zusammenkunft auch das (unwürdige) Einnehmen des Herrenmahls (Vers 27), denn sonst zögen sie sich ja nicht das Gericht zu (Vers 29). Anders formuliert: daß sie nicht aufeinander warteten, wurde deswegen für sie zum Gericht, weil sie auch das Abendmahl feierten.

Diese Zusammenhänge bei den Korinthern werden im folgenden Diagramm veranschaulicht:

Graphik / Grafik / Diagramm 1. Korinther 11; Abendmahl unwürdig gefeiert / eingenommen beim Gottesdienst

Also feierten die Korinther grundsätzlich bei ihren Versammlungen bzw. Gottesdiensten das Abendmahl.

Paulus schrieb „Denn sooft ihr dieses Brot eßt und diesen Kelch trinkt…“ (1. Kor. 11, 26). Aufgrund von „sooft“ folgt, daß wir das Mahl mehrmals feiern sollten. Ich denke, wir sollten uns von der Lebensweise der ersten Christen inspirieren lassen und es auch häufig feiern.

 

Mit wem können wir das Mahl feiern?

Das Mahl reichte Jesus seinen Jüngern und keinen Heiden. Der Körper der Christen ist ein Tempel des Heiligen Geistes (1. Kor. 6, 19); dadurch sind wir würdig, Jesu Fleisch und Blut in uns aufzunehmen. Am Passahmahl durfte auch kein Unbeschnittener teilnehmen (2. Mo. 12, 48). Insbesondere auch im Hinblick auf die Vorkommnisse bei den Korinthern möchte ich also jedem, der nicht an Jesus Christus glaubt und das Geschenk seines vollkommenen Erlösungswerks nicht angenommen hat, dringend davon abraten, am Mahl teilzunehmen.

Ich sehe keinen Grund, bekehrten Kindern mit hinreichendem Verständnis das Mahl zu verweigern. Auch mit Christen anderer Denominationen sollte es gern gefeiert werden. Es kann auch sehr gut mit der eigenen bekehrten Familie gefeiert werden; man bedenke, daß das Passahmahl auch innerhalb der Familien gegessen wurde.

Das Mahl wird in Gegenwart von Jesus eingenommen, also in Gottes Gegenwart. Jesus sagte:

Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte. (Mt. 18, 20)

Somit bevorzuge ich, das Mahl mindestens zu zweit zu feiern. In der Bibel steht aber nirgendwo, daß wir das Mahl nur mit anderen zusammen feiern sollten. Wenn du also gerne das Mahl feiern möchtest und niemanden dazu hast, dann feiere getrost mit Jesus alleine.

 

Welches Brot, welches Getränk und welchen Kelch sollten wir verwenden?

Das Passahfest ist das Fest der ungesäuerten Brote. Bei diesem durfte keinerlei gesäuertes Brot gegessen werden. Also haben Jesus und seine Jünger beim Passahmahl auch nur ungesäuerte Brote gegessen. Paulus schrieb:

6 Euer Rühmen ist nicht gut. Wißt ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? 7 Fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja bereits ungesäuert seid! Denn auch unser Passahlamm, Christus, ist geschlachtet. 8 Darum laßt uns das Fest feiern, nicht mit altem Sauerteig, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit Ungesäuertem der Lauterkeit und Wahrheit! (1. Kor. 5, 6–8; Elberfelder)

Mit dem Fest in Vers 8 ist vermutlich das Abendmahl gemeint. Jesus sprach vom „Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer“ (Mt. 16, 6+12; Mk. 8, 15; Lk. 12, 1). Sauerteig steht also für etwas Sündiges (siehe auch Gal. 5, 9). Sauerteig war als Opfer grundsätzlich nicht zugelassen (3. Mo. 2, 11).

Man erinnere sich, daß das Brot Jesu Leib ist, vollkommen ohne Sünde. Somit sollten wir zum Mahl nur ungesäuertes und ohne Hefe gebackenes Brot essen, also zum Beispiel Matzen, das man im gut sortierten Supermarkt zu jeder Jahreszeit kaufen kann.

Jesus und seine Jünger tranken von der Frucht des Weinstocks (Mt. 26, 29; Mk. 14, 25; Lk. 22, 18). Traubensaft tranken sie sicherlich nicht, denn Traubensaft wäre wohl von der Ernte im Herbst bis zum Passahfest im Frühjahr verdorben. Außerdem war es Brauch, Wein zu trinken. Somit bevorzuge auch ich Wein, trinke aber auch Traubensaft mit Kindern.

Gemäß des mosaischen Gesetzes darf man zum Passahmahl nur ungesäuertes Brot essen; es schreibt aber nicht vor, was man zu trinken hat. Demzufolge hätten Jesus und seine Jünger auch Wasser oder etwas anderes trinken dürfen. Nasiräer durften gar keinen Wein trinken (4. Mo. 6, 2+3), hiervon gab es auch keine Ausnahme zum Passahfest. Nasiräer konnte man auch während des Passahfestes sein; Simson sollte sogar lebenslang ein Nasiräer sein (Ri. 13, 7). Also wurde zum Passahmahl zumindest vereinzelt auch etwas anderes als Wein getrunken.

In Anbetracht all dieser Punkte würde ich das Abendmahl eher mit Coca-Cola anstelle von Wein als mit gesäuertem oder mit Hefe gebackenem Brot feiern.

Die Jünger tranken alle aus demselben Kelch (Lk. 22, 17; Mt. 26, 27). Im sehr kleinen Kreis, wenn man beispielsweise nur mit seinem Ehepartner zusammen feiert, bevorzuge ich das auch. Bei dem Passahmahl ist es aber auch durchaus üblich, daß jeder seinen eigenen Kelch hat und nur daraus trinkt. Deswegen bevorzuge ich in größeren Gruppen der Hygiene wegen Einzelkelche.

Die Bibel enthält weder eine Anweisung zum Getränk noch zum Trinkgefäß beim Passahmahl. Mach es also so, wie Gott es dir persönlich zeigt; und wenn du unsicher bist, was Gottes Wille ist, mach es so, daß du Frieden darüber hast und vertraue darauf, daß Gott deine Gedanken lenkt.

 

Ergänzende Gedanken

Ein paar weitere Gedanken im Zusammenhang mit dem Abendmahl:

(1) Wir können dadurch lernen, daß wir etwas hören. Wenn wir es zusätzlich sehen, fällt uns das Lernen leichter. Aber am besten begreifen und verinnerlichen wir etwas, wenn wir es tun. Es gibt nicht viel, was Christen aktiv mit ihrem Körper tun sollen: Taufen (Apg. 2, 38), Kranken die Hände auflegen (Mk. 16, 18), Älteste sollen Kranke mit Öl salben (Jak. 5, 14) und eben auch das Mahl feiern. – Das Feiern des Mahls hilft uns dabei, zu verinnerlichen was Jesus für uns getan und durchlitten hat.

(2) Laßt uns die Bibelstelle lesen, in der Brot und Wein zum ersten Mal erwähnt werden:

18 Aber Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein herbei. Und er war ein Priester Gottes, des Allerhöchsten. 19 Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Allerhöchsten, dem Besitzer des Himmels und der Erde! (1. Mo. 14, 18+19)

Melchisedek brachte Abram Brot und Wein. Melchisedek war König und Priester Gottes. Jesus ist König (Mt. 27, 11; Joh. 18, 37) und Hohepriester nach der Weise Melchisedeks (Heb. 5, 10; Heb. 6, 20). (Die levitischen Priester waren keine Könige und die Könige Israels keine Priester; diese Trennung wurde durch Jesus aufgehoben.) Jesus wird mit Melchisedek verglichen (ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister, ohne Lebensanfang und -ende; Heb. 7, 3). – Ich vermute, daß auch Melchisedek eine Erscheinung Jesu war und daß das Mahl, das Melchisedek Abram brachte, ein Schatten des Abendmahls ist.

(3) Das Passahlamm wurde erstmalig kurz vor dem Auszug aus Ägypten geschlachtet. Dessen Blut an den Türpfosten und der Oberschwelle bewirkte, daß Gott die Israeliten vor der Todesplage verschonte. Das Fleisch des Passahlamms wurde gegessen; es steht geschrieben:

Er führte sie heraus mit Silber und Gold; es war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen. (Ps. 105, 37; Luther 2017)

Beim Auszug aus Ägypten waren also alle gesund. Ich glaube, daß das Essen des Passahlamms im Zusammenhang mit ihrem körperlichen Wohlbefinden stand.

Die geopferten Tiere wurden nicht mißhandelt, sondern sie wurden im Gegenteil so schonend wie möglich mit einem sehr scharfen Messer geschächtet, damit sie nicht unnötig leiden mußten. Um für unsere Sünden zu sterben, hätte sich Jesus vor seiner Kreuzigung nicht quälen lassen müssen; denn das Blut bewirkt Sühnung (3. Mo. 17, 11). Für ein Passahlamm aber ganz untypisch hat er sich schlagen, auspeitschen und mißhandeln lassen und hat dadurch auch unsere Krankheit und unsere Schmerzen stellvertretend für uns getragen (Jes. 53, 4). Damit hat er für uns Heilung erwirkt, denn „durch seine Wunden sind wir geheilt worden“ (siehe Jes. 53, 5) bzw. „durch seine Striemen ist uns Heilung geworden“ (siehe Jes. 53, 5; Elberfelder).

Dadurch daß wir beim Abendmahl Jesu Leib essen, können wir also auch eine tiefere Offenbarung über Gott als Arzt bekommen und das Trinken seines Bluts kann uns dabei helfen, Jesus besser als Erlöser von unserer Schuld kennenzulernen.

Beim Abendmahl essen wir zuerst das Brot und trinken dann den Wein. Jesus trug zunächst unsere Krankheit durch seine Striemen; dann trug er für uns den Fluch des Gesetzes (Gal. 3, 13; siehe auch 5. Mo 21, 23) und starb am Kreuz für unsere Sünden.

(4) Laßt uns noch den dreiundzwanzigsten Psalm betrachten:

1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern. 3 Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4 Und wenn ich auch wanderte durchs Tal der Todesschatten, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, die trösten mich. 5 Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. 6 Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des HERRN immerdar.

Jesus hat uns einen Tisch bereitet, also ein Mahl mit einem überfließenden Becher; man erinnere sich, daß beim Passahmahl der Kelch der Erlösung, den wir beim Mahl mit Jesu Blut trinken, bis zum Überlaufen gefüllt wird. Gott hat uns auch gesalbt (2. Kor. 1, 21), und zwar wie auch Jesus mit dem Heiligem Geist (Apg. 10, 38); die Salbung mit Öl steht für den Heiligen Geist (1. Sam. 16, 13; Jes. 61, 1). – Wenn wir am Tisch Jesu sitzen, kann der Feind uns nichts anhaben.

(5) Das erste Wunder Jesu, die Verwandlung von Wasser in Wein, fand während einer Hochzeit in Kana statt (Joh. 2, 1–11), also bei einem Festmahl, bei dem ein Ehebündnis gefeiert wurde. – Beim Abendmahl feiern wir den Neuen Bund.

(6) Die beiden Jünger, die am Tag der Auferstehung Jesu nach Emmaus gingen, erkannten Jesus zunächst nicht sondern erst beim Brotbrechen (Lk. 24, 13–35). – Jesus möchte sich auch uns beim Brechen des Brotes offenbaren, also beim Essen seines Leibes.

Später aß und trank Jesus mit seinen Jüngern (Lk. 24, 36–43; Apg. 10, 41). – Das Essen mit dem auferstandenen Jesus hat also eine wichtige Bedeutung (siehe auch Off. 3, 20).

(7) Paulus schrieb:

Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes und Miterben des Christus; wenn wir wirklich mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm verherrlicht werden. (Röm. 8, 17)

Was bedeutet es, mit Jesus zu leiden? Das griechische Wort „sumpaschó“, das hier mit „leiden“ übersetzt wurde, ist im Sinne von „mitfühlen“ zu verstehen. Es kommt in der gesamten Bibel nur zweimal vor; die andere Stelle ist:

Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit. (1. Kor. 12, 26)

Wir leiden also mit Jesus dadurch, daß wir uns seine Leiden ins Gedächtnis rufen, was wir auch beim Abendmahl machen.

(8) Paulus schrieb mit Timotheus an die Philipper:

7 Aber was mir Gewinn war, das habe ich um des Christus willen für Schaden geachtet; 8 ja, wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne 9 und in ihm erfunden werde, indem ich nicht meine eigene Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens, 10 um Ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem ich seinem Tod gleichförmig werde, 11 damit ich zur Auferstehung aus den Toten gelange. (Phil. 3, 7–11)

Es geht in Vers 10 darum, Jesus zu erkennen, die Kraft seiner Auferstehung und auch ums Erkennen der „Gemeinschaft seiner Leiden“. Das griechische Wort „koinónia“, hier mit „Gemeinschaft“ übersetzt, ist dasselbe, das in 1. Kor. 10, 16 auch mit „Teilhabe” übersetzt wurde, wo es um die Teilhabe an Jesu Leib und Blut geht. Es geht also darum zu erkennen und zu schätzen, was Jesus durchlitten hat.

Das Verb „summorphoó“, hier im griechischen als Partizip verwendet, wurde mit „indem ich gleichförmig werde” übersetzt; es bedeutet auch „in Übereinstimmung bringen“. Somit könnte man den Halbsatz auch folgendermaßen übersetzen: „mit seinem Tod in Übereinstimmung gebracht“. Paulus könnte also unsere Taufe gemeint haben, durch die wir mit Jesus begraben wurden (Röm. 6, 4; Kol. 2, 12). In diesem Zusammenhang ist es aber naheliegend, diesen Teil so zu verstehen, daß wir mit Jesu Tod dadurch in Übereinstimmung gebracht werden, daß wir seinem Tod beim Abendmahl gedenken.

Durch das Mahl lernen wir Jesus näher kennen, damit auch die Kraft seiner Auferstehung und machen uns bewußt, was er durchlitten hat. Vers 11 bezieht sich darauf, daß Jesus wie schon oben erwähnt erklärte:

Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. (Joh. 6, 54)

 

Jesu Leiden

Beim Abendmahl gedenken wir auch der Leiden Jesu. Deswegen bringen wir hier noch einige Bibelstellen in Erinnerung, die von Jesu Leiden berichten – zunächst aus den Evangelien und dann prophetische des Alten Testaments.

Jesus war nach dem Passahmahl im Garten Gethsemane, bevor er verraten wurde:

Und als er in Angst war, betete er heftiger. Es wurde aber sein Schweiß wie große Blutstropfen, die auf die Erde herabfielen. (Lk. 22, 44; Elberfelder)

Im Haus des Hohepriesters ereignete sich folgendes:

63 Die Männer aber, die Jesus festhielten, verspotteten und mißhandelten ihn; 64 und nachdem sie ihn verhüllt hatten, schlugen sie ihn ins Angesicht und fragten ihn und sprachen: Weissage uns, wer ist’s, der dich geschlagen hat? 65 Und viele andere Lästerungen sprachen sie gegen ihn aus. (Lk. 22, 63–65)

Gegen Morgen wurde Jesus dem Hohen Rat vorgeführt und verhört, anschließend dann zu Pilatus geführt, der ihn zu Herodes schickte:

Und Herodes behandelte ihn verächtlich und verspottete ihn samt seinen Kriegsleuten und schickte ihn, nachdem er ihm ein Prachtgewand hatte anlegen lassen, wieder zu Pilatus. (Lk. 23, 11)

Weil nun Pilatus die Menge befriedigen wollte, gab er ihnen den Barabbas frei und übergab Jesus, nachdem er ihn hatte auspeitschen lassen, damit er gekreuzigt werde. (Mk. 15, 15)

27 Da nahmen die Kriegsknechte des Statthalters Jesus in das Prätorium und versammelten die ganze Schar um ihn. 28 Und sie zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel um 29 und flochten eine Krone aus Dornen, setzten sie auf sein Haupt, gaben ihm ein Rohr in die rechte Hand und beugten vor ihm die Knie, verspotteten ihn und sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden! 30 Dann spuckten sie ihn an und nahmen das Rohr und schlugen ihn auf das Haupt. (Mt. 27, 27–30)

Jesu Kreuzigung:

Und als sie an den Ort kamen, den man Schädelstätte nennt, kreuzigten sie dort ihn und die Übeltäter, den einen zur Rechten, den anderen zur Linken. (Lk. 23, 33)

29 Und die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten den Kopf und sprachen: Ha, der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust, 30 rette dich selbst und steige vom Kreuz herab! 31 Gleicherweise spotteten aber auch die obersten Priester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten! 32 Der Christus, der König von Israel, steige nun vom Kreuz herab, damit wir sehen und glauben! Auch die, welche mit ihm gekreuzigt wurden, schmähten ihn. 33 Als aber die sechste Stunde anbrach, kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 34 Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme und sprach: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« 35 Und etliche der Umstehenden, die es hörten, sprachen: Siehe, er ruft den Elia! 36 Einer aber lief und füllte einen Schwamm mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr, gab ihm zu trinken und sprach: Halt! Laßt uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen! 37 Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied. (Mk. 15, 29–37)

…einer der Kriegsknechte stach mit einem Speer in seine Seite, und sogleich floß Blut und Wasser heraus. (Joh. 19, 34)

Adams Seite wurde während seines Tiefschlafs geöffnet und Gott gab ihm seine Frau Eva (1. Mo. 2, 21+22). Jesu Seite wurde während seines Todes geöffnet und die Heiligen, die im Buch des Lebens von Jesus stehen, werden seine zukünftige Braut sein (Off. 19, 7+8; Off. 21, 2–3 + 9–27; 2. Kor. 11, 2).

 

Wenden wir uns nun den Alttestamentlichen Prophetien zu. Jesaja weissagte:

Von der Fußsohle bis zum Scheitel ist nichts Unversehrtes an ihm, sondern klaffende Wunden und Striemen und frische Verletzungen, die nicht ausgedrückt, noch verbunden, noch mit Öl gelindert sind. (Jes. 1, 6)

4 GOTT, der Herr, gab mir die Zunge von Schülern, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich höre, wie Schüler hören. 5 GOTT, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. 6 Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und meine Wange denen, die mir den Bart ausrissen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel. (Jes. 50, 4–6; Einheitsübersetzung 2016)

13 Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln, er wird erhoben sein, erhöht werden und sehr erhaben sein. 14 Gleichwie sich viele über dich entsetzten – so sehr war sein Angesicht entstellt, mehr als das irgendeines Mannes, und seine Gestalt mehr als die der Menschenkinder –, 15 genauso wird er viele Heidenvölker in Erstaunen setzen, und Könige werden vor ihm den Mund schließen. Denn was ihnen nie erzählt worden war, das werden sie sehen, und was sie nie gehört hatten, werden sie wahrnehmen. (Jes. 52, 13–15)

2 Er wuchs auf vor ihm wie ein Schößling, wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht. 3 Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht. 4 Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. 5 Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. 6 Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn. 7 Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. (Jes. 53, 2–7)

Sacharja prophezeite:

Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, ja, sie werden um ihn klagen, wie man klagt um den eingeborenen [Sohn], und sie werden bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich Leid trägt über den Erstgeborenen. (Sach. 12, 10)

David schrieb:

2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bleibst fern meiner Rettung, den Worten meines Schreiens?…

7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Leute Spott, vom Volk verachtet. 8 Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf: 9 Wälze die Last auf den HERRN! Er soll ihn befreien, er reiße ihn heraus, wenn er an ihm Gefallen hat!…

15 Hingeschüttet bin ich wie Wasser, gelöst haben sich all meine Glieder, mein Herz ist geworden wie Wachs, in meinen Eingeweiden zerflossen. 16 Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, die Zunge klebt mir am Gaumen, du legst mich in den Staub des Todes. 17 Denn Hunde haben mich umlagert, eine Rotte von Bösen hat mich umkreist. Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt. 18 Ich kann all meine Knochen zählen; sie gaffen und starren mich an. 19 Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand. (Ps. 22, 2–19; Einheitsübersetzung 2016)

Jesus wurde an seinen Händen und Füßen ans Kreuz genagelt (siehe auch Joh. 20, 25).

 

Zusammenfassung

Das Abendmahl bzw. das Herrenmahl ist das Bündnismahl des Neuen Bundes, mit dem der Neue Bund bekräftigt und gefeiert wird. Wir essen Jesu Leib und trinken sein Blut; dadurch nehmen wir mehr von seinem Leben bzw. seiner Seele, also von Jesus in uns auf.

Wir nehmen das Mahl in Jesu, also in Gottes Gegenwart ein, ähnlich wie Abraham und Mose und die anderen Ältesten bei den älteren Bündnissen in Gottes Gegenwart speisten.

Durch das Mahl verkündigen wir den Tod Jesu. Wir sollten uns beim Mahl in Erinnerung rufen, was Jesus für uns getan und was er für uns erlitten hat; Jesus hat den Preis für unsere Schuld und unsere Krankheiten vollständig gezahlt. Somit kann man auch eine tiefere Offenbarung über Gott als Arzt bekommen, denn „durch seine Wunden sind wir geheilt worden“ (siehe Jes. 53, 5) bzw. „durch seine Striemen ist uns Heilung geworden“ (siehe Jes. 53, 5; Elberfelder).

Das Mahl kann man wertvoll dadurch ergänzen, daß wir uns gegenseitig die Füße waschen und auch einen Lobgesang zum Abschluß anstimmen.

Sauerteig steht für etwas Sündiges; deswegen sollten wir zum Abendmahl nur ungesäuertes und ohne Hefe gebackenes Brot essen.

Uns schadet das Mahl nicht wie bei den Korinthern, sofern wir uns prüfen und bei unseren Versammlungen zur Mahlfeier unsere Glaubensgeschwister als solche betrachten und behandeln. Die Korinther feierten das Mahl bei jedem ihrer Gottesdienste. Wir sollten uns von der Lebensweise der ersten Christen inspirieren lassen und es auch häufig feiern.

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